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19. September 2017

Vom Dandy Dude zum Daddy Blogger 

Warum mein Kind mich regelmäßig zum weinen bringt, ein Tutu tragen keine Schande ist und man sehr wohl über Geld spricht - Constantin von theDADDYCATION im Interview.


"Ich hätte nie gedacht, dass ich mein Hobby – das Bloggen – und mein Dasein als Vater in Einklang bringen kann. Schon gar nicht hätte ich gedacht, dass ich noch vor meinem 32. Geburtstag meinen Traum vom Eigenheim realisiere. Aber so ist das im Leben, es kommt immer anders als man denkt!"


Wie wird man eigentlich Papa Blogger?

Das hat sich mehr oder weniger durch Zufall ergeben. Ursprünglich habe ich vor etwa 2 Jahren mit einem Freund den Fashion-Blog Dandy Dudes gegründet. Meine Tochter Ella war damals erst eineinhalb Jahre alt, aber gleich von den Kameras, dem „Tamtam“ rund um ein Fotoshooting und dem, nennen wir es mal, „in Szene setzen” begeistert. Sie wollte von da an ständig Fotos machen, teils mit mir, teils alleine und hat sich diese tagelang angesehen. Man glaubt gar nicht wofür sich Kinder alles begeistern können. Für uns Erwachsene sind es oft „bloß“ Fotos, aber ich frage mich oft, was in so einem kleinen Kinderköpfchen vorgeht. 


Rund ein Jahr später waren Ella dann die „homemade“ Fotos vom Papa nicht mehr genug. Sie wollte das ganze „Tamtam“ inklusive meinem Fotografen Patrick Domingo von Constant Evolution, der von Ella gleich mal zum hauseigenen Haus und Hof Fotografen und Onkel befördert wurde. So hat das Ganze eine Eigendynamik bekommen und The Daddycation entstand. Ein Blog erfordert viel Zeit – die Tatsache, dass sich plötzlich die Möglichkeit ergab, diese Zeit auch gleichzeitig mit meinem Kind verbringen zu können, war für mich eine win-win Situation. Darum fiel es mir auch nicht schwer, Dandy Dudes hinten anzustellen und die Zeit in The Daddycation mit Ella an meiner Seite zu investieren.

 

Worüber schreibst du am Liebsten?Mathias

Über Dinge, die ich mit Ella erlebe. Es sind eigentlich Alltagssituationen, Sachen die wahrscheinlich viele Eltern mit ihren Kindern erleben. Für Außenstehende ist das vielleicht nichts Besonderes, aber es steckt sehr viel Situationskomik dahinter - die lässt sich schwer in Worte fassen, zum Beispiel wenn Ella singt „frere  jacques frere jacques dorme vous, dormez vous, Sommer im Bikini, Sommer im Bikini, ding däng dong“. Das finde wahrscheinlich nur ich zum Schreien komisch, aber diese kindliche Schlagfertigkeit hat mich schon sehr oft Tränen lachen lassen – leider auch oft in Situationen, in denen man als Elternteil eigentlich ernst bleiben sollte, weil die Kinder schon wieder was ausgefressen haben. Aber auch Fashion und Lifestyle sind immer noch oft ein Thema.

 

Wie sind die Reaktionen auf deinen Blog?

Eigentlich durchwegs positiv. Wobei das zu 100% an Ella liegt, die der eigentliche „Star“ des Blogs ist.


Was ist dir wichtig, dass deine Leser von dem Blog mitnehmen?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Wichtig ist mir vor allem, dass meine Leser wissen, dass es The Daddycation nur so lange geben wird, solange es Ella Spaß macht. Ich genieße einfach diese Vater-Tochter Zeit und finde es schön, dass wir ein gemeinsames Hobby haben. Aber wenn sie morgen nur noch für das Balletttanzen lebt, dann schmeiß ich mich eben in ein Tutu für sie.

 

Holst du dir auch Empfehlungen von anderen Bloggern?

Ja, natürlich. Vor allem in der Anfangszeit. Zum Beispiel wie man einen Blogeintrag gestaltet, wie Produkte arrangiert werden und vor allem habe ich mir immer wieder ein paar Tipps bezüglich Techniken in der Fotografie geholt. Man darf die Bloggerszene hierzulande nicht als großes Haifischbecken voller Konkurrenten und Neider betrachten – sicher gibt es Ausnahmen – aber an sich hilft und unterstützt man einander.


Kannst du andere Blogs empfehlen?Mathias Kamera

Richtig gut finde ich JonathanJoly  – er zeigt einem, wie verrückt schön das Leben mit 3 Kindern und 6 Hunden sein kann! Wer Reisen und Rezepte mag ist bei Earthyandy genau richtig. Entertainment pur bekommt man bei Christlclear. Wenn es um Fashion geht, kann ich NewKissOnTheBlog und The Lionheaded sehr empfehlen.

 

Eine Familie gründen ist auch mit einigen Ausgaben verbunden, wie macht ihr die Finanzplanung zuhause?

Ganz ehrlich?! Das macht meine Frau – Zahlen sind ihr Ding.

 

Wenn ihr in Finanzfragen Unterstützung braucht, wen fragt ihr um Rat?

Das kommt ganz drauf an. Bei den wirklich großen und wichtigen Dingen im Leben, wie zum Beispiel, als meine Frau und ich beschlossen haben unseren Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen, haben wir zuerst unsere Familien um Rat gefragt. Gerade bei so enormen und langfristigen finanziellen Herausforderungen sind wir sehr froh auf eine geballte Ladung Weisheit und Erfahrung zurückgreifen zu können. Unsere zweite Anlaufstelle bei finanziellen Fragen ist unsere Bank. Die ist uns bisher sowohl bei alltäglichen, als auch bei spezielleren Geschichten, wie zum Beispiel Förderungen und Versicherungen tatkräftig zur Seite gestanden.

 

Wie bringst du Familie, Lifestyle und Budget unter einen Hut?Daddycation mit Kind

Tja, das muss man sich ein bisschen wie Tetris vorstellen. Man muss viel „jonglieren“. Aber das A und O ist gutes Teamwork – meine Frau und ich sind da ein gut eingespieltes Team und sie ist vor allem ein Organisationstalent.

 

Machst du dir manchmal Gedanken, wie andere Mütter oder Väter von deinen Bildern und Beiträgen beeinflusst werden?

Natürlich! Das ist mitunter ein Grund, warum Authentizität so wichtig ist. Aber eigentlich möchte ich niemanden gezielt beeinflussen. Es ist schön, wenn ich andere Menschen mit meinen Beiträgen und Bildern inspiriere, so wie mich andere Blogger inspirieren, aber ich würde nie jemandem etwas aufzwingen oder vorheucheln wollen.

 

Was war die beste Kaufentscheidung für die Familie in diesem Jahr?

Hmm, eigentlich kann man da nicht nur von einer besten Kaufentscheidung sprechen. Es sind oft viele, zum Teil auch kleine Dinge, die uns als Familie gut getan haben. Zum Beispiel das Trampolin – die Kinder haben eine Riesenfreude und meine Frau und ich ein paar Minuten für uns, der Grill, Eis bis zum Umfallen, Eintrittskarten in den Zoo, etc.


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