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22. Mai 2013

Die Pensionslücke - Was Sie wissen sollten?


Bereits im Herbst haben wir in einem ersten Artikel über Pensionsvorsorge und die Thematik der „Pensionslücke“ gesprochen. Heute liefern wir Ihnen noch mehr Hintergrundwissen, das Sie dabei unterstützt, einem Schreck durch einen Einkommensverlust bei Pensionsantritt vorzubeugen.


In unserem letzten Beitrag zum Thema Pensionsvorsorge haben wir besonderes Augenmerk darauf gelegt, Sie darüber zu informieren, wie Sie sich finanziell rechtzeitig für die Pension vorbereiten und damit sorglos in die Zukunft starten können. Es schadet jedoch nicht, das System dahinter zu kennen und es zu verstehen.


Wie funktioniert das österreichische Pensionssystem?

Unsere Pensionen werden nach dem so genannten „Umlageverfahren“ finanziert, auch bekannt als „Generationenvertrag“. Dadurch zahlen alle aktiv Berufstätigen Pensionsversicherungsbeiträge ein, die nicht für sie selbst angespart, sondern direkt auf alle derzeitigen Pensionsbezieher “umverteilt” werden. Damit stößt unser Pensionssystem zwangsläufig an seine Grenzen der Belastbarkeit. Denn einer sinkenden Anzahl an Erwerbstätigen steht eine stetig steigende Zahl staatlicher Pensionsempfänger gegenüber. Ohne tiefgreifende Reformen wird bereits im Jahr 2030 laut fundierten Studien ein Pensionist auf einen Erwerbstätigen kommen.


Quelle: Versicherungsjournal, 30.09.2011


Was ist das „Pensionskonto“?

Mit der Pensionsharmonisierung 2005 wurde in Österreich ein einheitliches Pensionssystem geschaffen: das so genannte Pensionskonto. Für alle ab dem 1. Jänner 1955 geborenen Frauen und Männer wurde ein Pensionskonto eingerichtet, aus dem der bereits vorhandene Betrag für die künftige Pension ersichtlich ist, der sich aus den bisher geleisteten Beiträgen ableitet. Daher führt jede Beitragszahlung eines Versicherten oder des Staates zur Erhöhung dieses Betrages. Auch Beamte verfügen über ein Pensionskonto.

Es gilt die Formel “80/65/45″. Wer mit 65 Jahren und 45 Versicherungsjahren in Pension geht, soll 80 Prozent seines durchschnittlichen Erwerbseinkommens als Pension erhalten. Anspruch auf Alterspension haben Frauen mit Vollendung des 60. Lebensjahres, Männer mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Ab dem Jahr 2024 erhöht sich das Regelpensionsalter für Frauen jährlich um 6 Monate bis auf 65 Jahre im Jahr 2033.


Und was ist jetzt die „Pensionslücke“?

Die “Pensionslücke” ist die tatsächliche Differenz zwischen Aktiveinkommen und staatlicher Pensionsleistung und ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Neben den häufig besprochenen Faktoren wie z.B. Versicherungszeiten und Pensionsantrittsalter ist natürlich auch die Art des Aktiveinkommens ausschlaggebend. Denn bei einem prämien- bzw. trinkgeldabhängigen Beruf wird die Pensionslücke wesentlich größer ausfallen als z.B. bei einem Beamten.

Dazu ein Beispiel:


*alle Angaben netto

Quelle: Versicherungsjournal, 30.09.2011


Ein ASVG-Versicherter (Allgemeines Sozialversicherungsgesetz) mit einem Jahresletztbezug in Höhe von
€ 42.000,- netto hätte bei Pensionsantritt im Jahr 2011 € 23.375,- jährlich erhalten, im Vergleich dazu wären es im Jahr 1989 noch € 30.392,- jährlich gewesen. Das ergibt eine jährliche Pensionslücke in Höhe von € 18.625,-, was einer Differenz von 43% auf Basis des Letztbezugs von € 42.000,- entspricht.


Wie hoch wird meine voraussichtliche Pensionslücke sein?

Mit unserem Pensionslückenrechner können Sie einfach und schnell einen Richtwert für Ihre persönliche Pensionslücke ermitteln. Dieser steht Ihnen unter www.bawagpsk.com/pensionsrechner zur Verfügung.

Beachten Sie, dass die Ergebnisse auf vereinfachten Modellannahmen basieren, d.h. es sind Abweichungen zu den tatsächlich eintretenden Pensionshöhen oder Pensionslücken zu erwarten. Die Berechnung dient Ihnen als erste Orientierung für eine ungefähre Größenordnung des Vorsorgebedarfs. Die tatsächlichen und die zukünftig zu erwartenden Beträge können Sie beim zuständigen Sozial- bzw. Pensionsversicherungsträger einholen!


Wie kann ich mich finanziell optimal auf die Pension vorbereiten?

Unsere BAWAG P.S.K. BeraterInnen stehen Ihnen für eine individuelle Beratung gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie doch einfach einen Beratungstermin in Ihrer nächstgelegenen BAWAG P.S.K. Filiale.


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