Gewinnfreibetrag

Der Gewinnfreibetrag beträgt aktuell 13% des Gewinns und kann von allen Steuerpflichtigen genutzt werden, die betriebliche Einkünfte erzielen. Wie sie diese Einkünfte errechnen, also ob sie eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zur Gewinnermittlung verwenden, oder ob bilanziert wird, ist dagegen völlig unerheblich. Von Gewinnfreibetrag profitieren können alle natürlichen Personen, unabhängig davon, ob sie Einzelunternehmer oder Gesellschafter von Personengesellschaften sind. Wie schon gesagt, ist aber wichtig, dass sie betriebliche Einkünfte haben, also solche aus Land- und Forstwirtschaft, aus selbständiger Tätigkeit oder aus einem Gewerbebetrieb. Alle anderen Einkünfte sind nicht begünstigt, so zum Beispiel also auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

Der maximale Gewinnfreibetrag beträgt mit den Neuregelungen € 45.350,– (bisher maximal € 100.000,–) pro Veranlagungsjahr und Steuerpflichtigem. Somit sind (rechnerisch) Gewinne bis höchstens € 580.000,– (bisher € 769.230,–) von dieser Begünstigung umfasst. Alle Gewinne, die innerhalb dieses Höchstbetrages liegen, sind also zur Gänze begünstigt. Gewinnanteile über dieser Grenze, sind jedoch, insoweit sie darüber liegen, nicht mehr begünstigt. Der Gewinnfreibetrag setzt sich aus einem Grundfreibetrag und einem investitionsbedingten Gewinnfreibetrag zusammen.

Grundfreibetrag

Für einen Gewinn bis € 30.000,– kommen die Steuerpflichtigen automatisch in den Genuss des Freibetrages in Höhe von maximal € 3.900,– (d.s. 13% von € 30.000,– pro Steuerpflichtigen und Jahr). Das bedeutet, es ist keine Geltendmachung durch den Steuerpflichtigen in der Jahreserklärung notwendig. Ebenfalls ist es für den Grundfreibetrag nicht notwendig, dem Finanzamt Anschaffung oder Herstellung begünstigter Wirtschaftsgüter oder die Ankäufe von Wertpapieren nachzuweisen. Der Grundfreibetrag steht bei Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Bilanzierung, und selbst bei Pauschalierung zu.
Achtung: Im Feststellungsverfahren nach § 188 BAO wird der Grundfreibetrag nicht automatisch durch das Finanzamt zuerkannt! Der Steuerpflichtige, der eine Gewinntangente aufgrund seiner Tätigkeit in einer Personengesellschaft zugewiesen erhält, muss sich selbst um die Zuerkennung des Grundfreibetrages kümmern.

Investitionsbedingter Gewinnfreibetrag

Der Grundfreibetrag kann jedoch noch um einen „Investitionsbedingten Gewinnfreibetrag“ getoppt werden. Bedingung: Der Steuerpflichtige erwirbt im diesem Wirtschaftsjahr entweder begünstigte Wertpapiere oder andere begünstigte körperliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einer Nutzungsdauer von mehr als vier Jahren. Freilich gibt es auch da eine Obergrenze: Die Investition in die begünstigten Wertpapiere oder Wirtschaftsgüter darf höchstens 13% des Betrages betragen, um den die Bemessungsgrundlage, also der Gewinn, den Betrag von € 30.000,– übersteigt, bzw. ist mit der Summe der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der begünstigten Wirtschaftsgüter begrenzt. Der niedrigere der beiden Beträge stellt den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag dar (die absolute Obergrenze freilich bleibt bei € 45.350,–)
Achtung: Es ist zu beachten, dass bei einer Betriebspauschalierung nur der Grundfreibetrag, nicht aber der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag zusteht!

Ab dem Jahr 2013 gibt es eine Änderung: Der Grundfreibetrag steht weiterhin unverändert zu, der investitionsbedingte Freibetrag jedoch wird zukünftig durch eine Staffelung eingeschliffen:

Änderung ab 2013 (befristet bis 2016)

Befristet für die Jahre 2013 bis 2016 erfolgt eine Staffelung des Prozentausmaßes des Gewinnfreibetrags. Der beträgt bis zu einer Bemessungsgrundlage von € 175.000,– zwar weiterhin unverändert 13%, wird dieser Betrag aber überschritten, steht für die nächsten € 175.000,– ein Freibetrag von nur 7%, für weitere € 230.000,– ein Freibetrag von nur mehr 4,5% zu. Ab einer Bemessungsgrundlage von € 580.000,– ist es dann vorbei, es steht gar kein Gewinnfreibetrag mehr zu.

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