BAWAG Group erzielte im ersten Quartal 2021 Nettogewinn von 74 Mio. €, EPS 0,83 €, und RoTCE von 10,2%

  • Nettogewinn von 74 Mio. €, EPS von 0,83 € und RoTCE von 10,2% in Q1 2021; normalisierter RoTCE von 14,3%
  • Q1 2021 beinhaltet vorgezogene regulatorische Aufwendungen in Höhe von 54 Mio. € … entspricht rund 90% der Aufwendungen für das Gesamtjahr
  • Risikokosten in Höhe von 29 Mio. €, keine ECL-Reserven aufgelöst … Stundungen liegen bei 0,4%
  • 40 Mio. € Dividenden in Q1 2021 ausgezahlt, in Übereinstimmung mit der Empfehlung der EZB
  • CET1 Quote von 14,2% nach Abzug der vorgesehenen/abgegrenzten Dividenden in Höhe von 457 Mio. €
  • Bestätigung der 2021 Ziele: RoTCE >13% und CIR von <41%

WIEN, 26. April 2021 – Die BAWAG Group gibt heute ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2021 bekannt und weist einen Nettogewinn in Höhe von 74 Mio. €, ein Ergebnis je Aktie von 0,83 € und einen Return on Tangible Common Equity von 10,2% aus. Unter Berücksichtigung einer Normalisierung der vorgezogenen regulatorischen Aufwendungen lag der Nettogewinn bei 103 Mio. € und der RoTCE bei 14,3%. 

Unser zugrundeliegendes operatives Geschäft blieb im ersten Quartal 2021 solide, mit einem Ergebnis vor Risikokosten von 179 Mio. € und einer Cost/Income Ratio von 40,5%. Die Risikokosten sind auf ein normales Niveau zurückgegangen und beliefen sich auf 29 Mio. €, der Management Overlay steht bei 56 Mio. €. Wir haben beschlossen, keine Reserven aufzulösen, obwohl wir sowohl ein verbessertes makroökonomisches Umfeld als auch eine anhaltend positive Entwicklung bei unserer Kundenbasis sehen, im Speziellen der kontinuierliche Rückgang der Stundungen auf 0,4% unserer Kundenkredite. Wir werden den Management Overlay im zweiten Halbjahr erneut beurteilen, sobald wir eine stärkere Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten in einem Umfeld nach dem Lockdown und einer hoffentlich erfolgreich ausgerollten Impfung in Kontinentaleuropa sehen. 

In Bezug auf Kreditwachstum und Kapital, stiegen die Kredite und Forderungen an Kunden um 3% und die zinstragenden Akiva um 2% gegenüber dem Vorquartal. Wir haben weiterhin CET1 Kapital aufgebaut und im ersten Quartal brutto 40 Basispunkte Kapital generiert. Unsere CET1 Quote lag bei 14,2%, ein Anstieg von 20 Basispunkten im Vergleich zum Jahresende 2020. Dies berücksichtigt die Dividendenabgrenzung für das erste Quartal 2021 in Höhe von 37 Mio. € und bereits vorgesehene Dividenden in Höhe von 420 Mio. €. Zusätzlich haben wir eine Dividende in Höhe von 40 Mio. € der insgesamt zur Ausschüttung vorgesehenen 460 Mio. € Dividenden für 2019 und 2020 ausgezahlt. Unser Plan ist, die verbleibenden 420 Mio. € Dividende im vierten Quartal 2021 auszuzahlen, all dies vorbehaltlich der entsprechenden Zustimmungen durch die Aktionäre und der Aufsichtsbehörden. Aus diesem Grund wurde die ordentliche Hauptversammlung in das vierte Quartal 2021 verschoben.

Wir sind mit einem starken operativen Ergebnis in das Jahr 2021 gestartet und haben 74 Mio. € Nettogewinn, 10,2% RoTCE und eine Cost/Income-Ratio unter 41% erzielt. Unter Berücksichtigung einer Normalisierung der vorgezogenen regulatorischen Aufwendungen würde sich ein Nettogewinn von 103 Mio. € und ein RoTCE von 14,3% ergeben. Obwohl wir in den ersten Monaten des Jahres 2021 rollierende und teilweise Lockdowns in unseren Kernmärkten erlebt haben, glauben wir, dass wir uns am Anfang einer allmählichen Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivität befinden, die sich bis in die zweite Jahreshälfte fortsetzen wird. Trotz der Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds gegenüber dem Vorjahr und der anhaltend positiven Entwicklungen in unserer Kundenbasis haben wir beschlossen, keine Reserven aufzulösen. Was die operativen Entwicklungen betrifft, so fahren wir damit fort, unser Geschäft neu zu positionieren und uns an eine Welt nach COVID-19 anzupassen. Wir werden uns auf die Dinge konzentrieren, die wir kontrollieren können, proaktiv und entschlossen sein und uns nicht von den vor uns liegenden Veränderungen abschrecken lassen, während wir unser Geschäft weiter transformieren und nachhaltiges profitables Wachstum erzielen“, sagte Chief Executive Officer Anas Abuzaakouk. 

Solides operatives Ergebnis in Q1 2021 im Vergleich zum Vorjahr 

Die operativen Kernerträge stiegen im ersten Quartal 2021 um 2% auf 297 Mio. €. Der Nettozinsertrag stieg um 4% auf 230 Mio. €, was auf höhere zinstragende Aktiva zurückzuführen ist. Der Provisionsüberschuss ging um 6% auf 68 Mio. € zurück. Während alle Filialen während der vorübergehenden Lockdowns im ersten Quartal 2021 geöffnet blieben, war die Kundenaktivität weiterhin von COVID-19-Restriktionen beeinträchtigt. Die operativen Aufwendungen gingen aufgrund von laufenden Maßnahmen zur Effizienz- und Produktivitätssteigerung um 3% auf 122 Mio. € zurück. Die Cost/Income Ratio sank um 1,8 Prozentpunkte auf 40,5%. Dies resultierte in einem Ergebnis vor Risikokosten in Höhe von 179 Mio. €, ein Anstieg von 5% gegenüber dem Vorjahr. 

Das erste Quartal 2021 beinhaltete regulatorische Aufwendungen in Höhe von 54 Mio. €, ein Anstieg von 49% gegenüber dem Vorjahr, aufgrund der zusätzlichen Aufwendungen für die Einlagensicherung im Zusammenhang mit dem Betrugsfall Commerzialbank in Österreich in 2020 sowie gestiegener Einlagen. Dies entspricht etwa 90% der für das Gesamtjahr 2021 erwarteten Gebühren. Somit wurde der Großteil der diesjährigen regulatorischen Gebühren im ersten Quartal bereits berücksichtigt. 

Die Risikokosten beliefen sich im ersten Quartal 2021 auf 29 Mio. €, ein Rückgang um 25 Mio. € oder 47% gegenüber dem Vorjahr. Die Risikokosten in 2020 beinhalteten zusätzliche Risikovorsorgen in Höhe von 25 Mio. € um Effekte im Zusammenhang mit COVID-19 zu adressieren. Die Stundungen gingen im ersten Quartal 2021 weiter zurück und beliefen sich im Retail & SME Geschäft auf 0,6% (1,2% Ende 2020) und auf 0,1% des Corporates & Public Geschäfts (0,2% Ende 2020). Trotz des verbesserten makroökonomischen Umfelds und der weiterhin positiven Entwicklung in unserer Kundenbasis, haben wir keine Reserven aufgelöst und erwarten im weiteren Jahresverlauf eine anhaltende Normalisierung der Risikokosten.

Die CET1-Quote lag zum Ende des ersten Quartals 2021 bei 14,2% (Dezember 2020: 14,0%). Dies berücksichtigt bereits die im ersten Quartal ausgezahlte Dividende in Höhe von 40 Mio. €. Bei der CET1 Quote von 14,2% ist außerdem die verbleibende Dividende für die Jahre 2019/2020 in Höhe von 420 Mio. € sowie die Dividendenabgrenzung für das erste Quartal 2021 von 37 Mio. € basierend auf der Dividendenpolitik abgezogen. Auf Basis der jüngsten EZB-Empfehlung vom Dezember 2020 wurde zunächst im ersten Quartal eine Dividende in Höhe von 40 Mio. € nach der außerordentlichen Hauptversammlung am 03. März 2021 bezahlt und es ist geplant, die verbleibenden 420 Mio. € Dividenden im vierten Quartal 2021 auszuzahlen, all dies vorbehaltlich der entsprechenden Zustimmungen durch die Aktionäre und die Aufsichtsbehörden. 

Die Kredite und Forderungen an Kunden stiegen gegenüber Dezember 2020 um 3%. Das gesamte Kundenkreditvolumen stammt weiterhin zu 76% aus der DACH/NL -Region (Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande) und zu 24% aus dem übrigen Westeuropa und den USA. Wir fokussieren uns auf entwickelte Märkte, da wir in diesen Ländern von stabilen Rechtssystemen, soliden makroökonomischen Grundlagen und soliden Staatshaushalten überzeugt sind. Wir werden unseren konservativen Risikoappetit beibehalten und uns weiterhin auf unsere Kernmärkte in entwickelten Ländern konzentrieren.

Unser Ziel war und wird es immer sein, auf eine starke Bilanz, solide Kapitalausstattung sowie eine konservative Kreditvergabe zu achten, ein Eckpfeiler, wie wir unsere Bank steuern. Die NPL Ratio lag bei 1,5% (exkl. dem Rechtsfall mit der Stadt Linz bei 1,1%) und spiegelt den anhaltenden Fokus auf die Qualität bei der Kreditvergabe und unseres Portfoliomanagements wider.

Entwicklung des Kundengeschäftssegments in Q1 2021 im Vergleich zu Q1 2020

SegmentErgebnis vor
Steuern (in Mio. €)
Nettogewinn
(in Mio. €)

RoTCECost/Income Ratio
Retail & SME

89 / +19% 

67 / +19%

21,6%

39,8%
Corporates & Public

34 / +9%

25 / +9%

11,6%

25,0%


Das Segment Retail & SME erzielte einen Nettogewinn von 67 Mio. €, was einem Anstieg von 19% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Segment generierte einen Return on Tangible Common Equity von 22% bei einer Cost/Income ratio von 40%. Die durchschnittlichen Aktiva stiegen um 8% gegenüber dem Vorjahr und um 2% gegenüber dem Vorquartal an, zurückzuführen auf Wachstum im Bereich der Wohnbaufinanzierung über unsere Kernmärkte hinweg. Das Ergebnis vor Risikokosten lag bei 135 Mio. €, ein Rückgang von 5% im Vergleich zum Vorjahr. Da die Kundenaktivität aufgrund der Lockdowns weiterhin beeinträchtigt blieb, gingen die Erträge um 3% zurück. Die operativen Aufwendungen sanken um 1%, resultierend aus den im Vorjahr getroffenen Maßnahmen, wobei wir uns weiterhin darauf konzentrieren, Synergien über unsere verschiedenen Kanäle und Produkte hinweg zu erzielen. Die Risikokosten lagen bei 15 Mio. €, was eine allmähliche Normalisierung von Risikokosten ohne Auflösung von Reserven widerspiegelt. Der Trend der Qualität unserer Aktiva bleibt weiterhin positiv. Die Stundungen beliefen sich am Ende des ersten Quartals auf 0,6% und die Zahlungsquote auf 89% auf alle ausgelaufenen Stundungen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 7 Monaten. 

Wir erwarten ein anhaltendes durchschnittliches Vermögenswachstum und Effizienzsteigerungen im gesamten Retail- und SME-Geschäft. Wir erwarten auch, dass das zweite Quartal aufgrund der bestehenden Lockdowns ähnlich wie das erste Quartal aussehen wird, rechnen aber mit einer Normalisierung der Kundenaktivitäten in der zweiten Jahreshälfte.

Corporates & Public steuerte im ersten Quartal 2021 einen Nettogewinn in Höhe von 25 Mio. € bei, ein Anstieg von 9% gegenüber dem Vorjahr und einen soliden Return on Tangible Common Equity von 12% sowie einer Cost/Income Ratio von 25%. Der Anstieg der durchschnittlichen Aktiva lag bei 5% gegenüber dem Vorjahr (stabil gegenüber dem Vorquartal), was primär auf das Wachstum im öffentlichen Bereich zurückzuführen ist. Das Ergebnis vor Risikovorsorgen lag bei 56 Mio. €, ein Anstieg von 13% im Vergleich zum Vorjahr. Risikokosten beliefen sich auf 15 Mio. €, wovon 13 Mio. € zusätzliche Risikovorsorgen darstellen und keine Reserven aufgelöst wurden. Der Trend in der Qualität der Aktiva setzt sich weiterhin positiv fort. Die Stundungen beliefen sich auf 0,1% und die Zahlungsquote jener Kunden, die eine Stundung im Laufe des letzten Jahres in Anspruch genommen haben, bei 100%. 

Wir gehen weiterhin von einer soliden Pipeline mit diversifizierten Möglichkeiten im Jahr 2021 aus. Der Wettbewerb um defensive, qualitativ hochwertige Aktiva wird jedoch stark bleiben. Unser Schwerpunkt wird weiterhin auf disziplinierter und konservativer Kreditvergabe sowie auf risikoadäquaten Renditen liegen und nicht rein darauf Volumenwachstum zu erzielen. 

Ausblick, Ziele und Kapitalausschüttungen 

Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass sich die Volkswirtschaften der Länder, in denen wir tätig sind, im Jahr 2021 erholen werden. Dies wird jedoch maßgeblich vom Zeitpunkt, der Wirksamkeit und der weiten Verbreitung von COVID-19-Impfstoffen abhängen. Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Halbjahr 2021 weiterhin eine verhaltene Wirtschaftstätigkeit aufgrund von auferlegten Lockdowns sehen werden. In der zweiten Jahreshälfte sollte jedoch der Beginn der Normalisierung der Aktivitäten zu sehen sein können. 

Wir erwarten, dass dieses Jahr ein Sprungbrett für unsere mittelfristigen Ziele in einem normalisierten Umfeld ist. Unsere Ziele für 2021 basieren auf einem Wachstum der Kernerträge um ca. 2%, operativen Aufwendungen von unter 485 Mio. € und einer signifikanten Reduktion der Risikokosten um mehr als 40 % basieren, ohne dass wir auf eine Auflösung von ECL-Reserven angewiesen sind.

Unsere Ziele lauten wie folgt:

Ziele2021Mittelfristig
(normalisiertes Umfeld)
Return on Tangible Common Equity
>13%
>15%
Cost/Income Ratio
<41%
<40%


In Bezug auf Kapitalaufbau und Ausschüttungen an die Aktionäre streben wir eine jährliche Dividendenausschüttung in Höhe von 50% des Nettogewinns an und werden zusätzliches Überschusskapital für Investitionen in organisches Wachstum sowie die Umsetzung ergebnissteigernder Akquisitionen in Übereinstimmung mit unserem konzernweiten RoTCE-Ziel verwenden. Soweit das Überschusskapital nicht für organisches Wachstum und M&A zum Einsatz kommt, werden wir es auf Basis einer jährlichen Prüfung an die Aktionäre in Form von Aktienrückkäufen und/oder Sonderdividenden ausschütten. 

Der Vorstand zog zum Jahresende 2020 460 Mio. € an Dividenden vom CET1-Kapital ab. Wir haben Dividenden in Höhe von 372 Mio. € für 2019 und 2020 vorgesehen. Darüber hinaus plant der Vorstand der ordentlichen Hauptversammlung eine Sonderdividende in Höhe von 88 Mio. € für das Geschäftsjahr 2020 vorzuschlagen, um den vorgemerkten Dividendenbetrag für 2019 und 2020 von je 230 Mio. € in absoluten Beträgen gleich zu halten. Auf Basis der jüngsten EZB-Empfehlung hat die außerordentliche Hauptversammlung der BAWAG Group eine Dividendenzahlung in Höhe von 0,4551 € je Aktie (entspricht 40 Mio. €; gezahlt am 12. März 2021) beschlossen. Es ist geplant, die verbleibenden 420 Mio. € Dividenden im vierten Quartal 2021 auszuzahlen, all dies vorbehaltlich der entsprechenden Zustimmungen durch die Aktionäre und der Aufsichtsbehörden. Die ordentliche Hauptversammlung, die über die verbleibenden 420 Mio. € beschließen soll, wird in das vierte Quartal 2021 verschoben. 

Weitere Integration von ESG in unser Geschäftsmodell 

Seit Beginn unserer bankweiten Transformation im Jahr 2012 steht die nachhaltige Wertschöpfung im Mittelpunkt unseres Geschäftmodells. Die Integration von ESG-Faktoren als Teil unserer Transformation haben wir in den letzten Jahren kontinuierlich vorangetrieben. Im ersten Quartal 2021 haben wir Kreditvergabekriterien für Branchen definiert, die besonders von ESG-Faktoren betroffen sind und die wir von der Kreditvergabe ausschließen oder einschränken werden. Zum 31. Dezember 2020 machte unser Gesamtengagement in der Rüstungsindustrie, der Kernenergie, fossilen Brennstoffen oder anderen ethischen Risiken weniger als 0,1 % des Konzernengagements aus.

Ein weiterer Fokus unserer ESG Roadmap ist der Ausbau des Frauenanteils in Management-Positionen. Im ersten Quartal 2021 haben wir eine Zielquote für den Frauenanteil mit 33% im Aufsichtsrat und 33% in unserem Senior Leadership Team (inklusive Vorstand) festgelegt, die bis 2027 erzielt werden sollte. Gleichzeitig haben wir die Veröffentlichung von unseren Policies erweitert, die auf unserer Website unter https://www.bawaggroup.com/BAWAGGROUP/IR/DE/ESG verfügbar sind.

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