BAWAG GROUP ERZIELTE IM JAHR 2020 NETTOGEWINN VON 284 MIO. €, EPS 3,19 €, UND ROTCE VON 10,2%; 460 MIO. € DIVIDENDEN FÜR 2019 UND 2020 ZUR AUSSCHÜTTUNG VORGESEHEN

  • Nettogewinn von 284 Mio. €, EPS von 3,19 € und RoTCE von 10,2% für 2020 
  • Risikokosten in Höhe von 225 Mio. €, davon rund 100 Mio. € im Zusammenhang mit ECL-Reserven und Management-Overlays; konservativer Ansatz bei der Bildung von Vorsorgen, keine Auflösung von ECL Reserven obwohl die Stundungen aktuell unter 1% liegen 
  • CET1 Ratio von 14,0% nach Abzug der vorgemerkten Dividenden 
  • Zur Ausschüttung vorgesehene Dividenden für 2019 und 2020 in Höhe von 460 Mio. € … 40 Mio. € Auszahlung in Q1 ’21 in Übereinstimmung mit der Empfehlung der EZB, die übrigen 420 Mio. € werden in Q4 ’21 ausgeschüttet, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Aktionäre und Aufsichtsbehörden 
  • Zielwerte: RoTCE >13% und CIR von 15% und CIR <40% in einem normalisierten Umfeld

WIEN, 09. Februar 2021 – Die BAWAG Group gibt heute ihre vorläufigen Ergebnisse für das Jahr 2020 bekannt und weist einen Nettogewinn in Höhe von 284 Mio. €, ein Ergebnis je Aktie von 3,19 € und einen Return on Tangible Common Equity von 10,2% aus. Für das vierte Quartal 2020 berichtet die BAWAG Group einen Nettogewinn von 83 Mio. €, ein Ergebnis je Aktie von 0,93 € und einen RoTCE von 11,5%. 

Unser zugrundeliegendes operatives Geschäft blieb in 2020 solide, mit einem Ergebnis vor Risikokosten von 653 Mio. € und einer Cost/Income Ratio von 44%. 2020 beinhaltet Risikokosten von 225 Mio. €, wovon rund 100 Mio. € im Zusammenhang mit Overlays und Erhöhung unserer ECL-Reserven stehen. Das über die durch Modellannahmen errechneten Vorsorgen hinaus gebildeten Management-Overlays in Höhe von 38 Mio. € der 100 Mio. € basiert auf unserer Entscheidung, das von der EZB im Juni 2020 veröffentlichte schwerwiegendste wirtschaftliche Szenario für die Eurozone anzuwenden. Dies basierte auf einem Rückgang des BIP um -12,6% im Jahr 2020, welches sich letztlich mit einem tatsächlichen BIP-Rückgang für 2020 von 7%, als viel zu pessimistisch herausstellte. Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit hat das Management jedoch beschlossen, keine Risikovorsorgen aufzulösen und die Überschüsse als Management-Overlays zu behalten. 

Während die Stundungen der Kunden im Retail & SME Geschäft auf 1,2% des Portfolios zum Jahresende 2020 und auf 0,2% des Corporates & Public Geschäfts zurück gingen, bleiben wir aufgrund der Unsicherheit in den kommenden Monaten vorsichtig. Zum 5. Februar 2021 hat sich die Situation hinsichtlich Stundungen weiter verbessert und diese standen bei 0,6% unseres Retail & SME Geschäfts und bei 0,1% unseres Corporate & Public Geschäfts. 

Die Kapitalausstattung der Bank blieb anhaltend stark mit einer CET1-Ratio von 16,3% vor Abzug der Dividenden, somit ein Anstieg von 190 Basispunkten im Vergleich zu 2019. Unter Berücksichtigung der zur Ausschüttung vorgesehenen Dividenden in Höhe von insgesamt 460 Mio. €, lag die CET1-Quote Ende des Jahres 2020 bei 14,0%. Basierend auf der Dividendenpolitik der BAWAG Group, grundsätzlich 50% des Nettogewinns auszubezahlen, haben wir Dividenden in Höhe von 372 Mio. € für 2019 und 2020 zur Ausschüttung vorgesehen. Darüber hinaus plant der Vorstand der ordentlichen Hauptversammlung eine Sonderdividende in Höhe von 88 Mio. € für das Geschäftsjahr 2020 vorzuschlagen, um den vorgemerkten Dividendenbetrag für 2019 und 2020 von je 230 Mio. € in absoluten Beträgen gleich zu halten. Auf Basis der jüngsten EZB-Empfehlung vom Dezember 2020 ist geplant, zunächst eine Dividende in Höhe von 40 Mio. € der insgesamt zur Ausschüttung vorgesehenen 460 Mio. € im ersten Quartal 2021 und die verbleibenden 420 Mio. € Dividende im vierten Quartal 2021 auszuzahlen, all dies vorbehaltlich der entsprechenden Zustimmungen durch die Aktionäre und der Aufsichtsbehörden. Die außerordentliche Hauptversammlung, die über die Dividende in Höhe von 40 Mio. € beschließen soll, wird am 3. März 2021 stattfinden. Die ordentliche Hauptversammlung, die über die verbleibenden 420 Mio. € beschließen soll, wird auf die zweite Jahreshälfte 2021 verschoben. 

2020 war ein Jahr wie kein anderes und wird viele Aspekte unseres Lebens neu definieren. Die globale COVID-19-Gesundheitskrise löste eine erhebliche Marktvolatilität und eine beispiellose finanzielle und monetäre Unterstützung durch Regierungen und Zentralbanken auf der ganzen Welt aus. Angesichts unserer Transformation seit 2012 konnten wir in einem Jahr mit dem bislang stärksten wirtschaftlichen Rückgang einen RoTCE von 10% erzielen und sind zuversichtlich, dass sich unser Geschäft eher früher als später wieder auf ein Renditeniveau im 15%-Bereich, wie wir es vor COVID-19 hatten, erholen wird. Unsere solide operative Leistung resultierte aus der Veränderung unseres Geschäfts im Laufe der Jahre und dadurch, dass wir als eine der effizientesten Bankenplattformen in die Krise gegangen sind. Dies ermöglichte es uns, den Gegenwind im Zusammenhang mit COVID-19 auszugleichen und so konnten wir ein Ergebnis vor Risikovorsorgen in Höhe von 653 Mio. €, einen Nettogewinn von 284 Mio. €, einen Nettogewinn je Aktie von 3,19 € und einen Return on Tangible Common Equity (RoTCE) von 10% erzielen. Das vergangene Jahr war ein echter Beweis für die Qualität unseres Netzwerks, unserer Mitarbeiter und unserer Strategie. 

Die Rückkehr zu einem normaleren Umfeld wird von der Effektivität der Impfprogramme und den fortgesetzten wissenschaftlichen Innovationen zur Lösung dieser Gesundheitskrise abhängen. Die Erfahrungen und Lektionen aus dem vergangenen Jahr werden jedoch unser Unternehmen mit Blick auf die Zukunft weiter neu definieren. Wir werden uns auf die Dinge konzentrieren, die wir kontrollieren können, proaktiv und entschlossen sein und uns nicht von den Veränderungen abschrecken lassen, die vor uns liegen, sondern die Transformation unseres Unternehmens weiter proaktiv vorantreiben. 

Ich möchte unseren Mitarbeitern danken, deren Bemühungen im vergangenen Jahr zur Unterstützung unserer Kunden und Gemeinschaften das Beste der Bankengemeinschaft widerspiegeln. Als Zeichen der Anerkennung für ihr außergewöhnliches Engagement in diesen herausfordernden Zeiten haben wir allen Mitarbeitern einen Sonderbonus von 300 € gezahlt “, sagte Chief Executive Officer Anas Abuzaakouk

Solides operatives Ergebnis in 2020 

Die operativen Kernerträge stiegen 2020 um 1% auf 1.171 Mio. € trotz der Auswirkungen der Lockdown-Maßnahmen und der damit zusammenhängenden Veränderungen des Umfelds. Der Nettozinsertrag stieg um 4% auf 916 Mio. €, was auf höhere zinstragende Aktiva zurückzuführen ist. Der Provisionsüberschuss ging um 10% auf 255 Mio. € zurück. Während alle Filialen während der Pandemie geöffnet blieben, führten die getroffenen Lockdown-Maßnahmen und das im Zusammenhang mit COVID-19 geänderte Umfeld, wie etwa eine geringere Reisetätigkeit, zu einem niedrigeren Beratungs- und Transaktionsgeschäft, wobei das zweite Quartal einen Tiefpunkt der Aktivität darstellte. Die operativen Aufwendungen gingen aufgrund von laufenden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung um 6% zurück. Allerdings buchten wir im vierten Quartal Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von rund 22 Mio. €, um neue Effizienz- und Produktivitätsmaßnahmen vorzuziehen. Die Cost/Income Ratio stieg um 1,6 Prozentpunkte auf 44,3%. Dies resultierte in einem Ergebnis vor Risikokosten in Höhe von 653 Mio. € und spiegelt einen Rückgang von 8% gegenüber dem Vorjahr wider.

Das Jahr 2020 beinhaltete regulatorische Aufwendungen in Höhe von 59 Mio. €, inkludiert waren auch zusätzliche Aufwendungen für die Einlagensicherung in Höhe von ungefähr 12 Mio. € im Zusammenhang mit dem Betrugsfall Commerzialbank in Österreich. Diese Aufwendung muss von all jenen Banken getragen werden, die der Einlagensicherung in Österreich angehören. Abgesehen davon hat die BAWAG Group kein Exposure gegenüber der Commerzialbank.

Die Risikokosten beliefen sich im Jahr 2020 auf 225 Mio. €, ein Anstieg um 155 Mio. € oder 224% gegenüber dem Vorjahr. Um das sich verschlechternde makroökonomische Umfeld zu adressieren und vorsichtige Rückstellungen gegen weitere nachteilige wirtschaftliche Entwicklungen im Zusammenhang mit COVID-19 zu bilden, bildeten wir rund 100 Mio. € ECL Reserven und zusätzliche Risikovorsorgen, wovon rund 38 Mio. € ManagementOverlays basierend auf dem schwerwiegendsten makroökonomischen Ausblick für 2020 von 12,6% BIP Rückgang über die gesamte Eurozone hinweg, getroffen wurden. Zum Jahresende 2020 gingen die Stundungen im Retail & SME Geschäft auf 1,2% (von einem Hoch von 6,8% im Juni) und auf 0,2% des Corporates & Public Geschäfts (von einem Hoch von 0,9% im Juni) zurück. Wir bleiben weiterhin vorsichtig und werden aufgrund der neuen Lockdowns und der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit in den kommenden Monaten weiterhin auf eine umsichtige Art und Weise handeln. Zusätzlich verbuchten wir Einzelwertberichtigungen für spezifische Exposures in unserem Corporate-Geschäft.

Die CET1-Quote lag zum Ende des Jahres 2020 bei 16,3% (Dezember 2019: 14,4%) vor Abzug von Dividenden. Unter Berücksichtigung der zur Ausschüttung vorgesehenen Dividende in Höhe von 460 Mio. € betrug die CET1- Quote der BAWAG Group zum Jahresende 14,0% (Dezember 2019: 13,3%). Auf Basis der jüngsten EZB-Empfehlung vom Dezember 2020 ist geplant, zunächst eine Dividende in Höhe von 40 Mio. € der insgesamt zur Ausschüttung vorgesehenen 460 Mio. € im ersten Quartal 2021 und die verbleibenden 420 Mio. € Dividende im vierten Quartal 2021 auszuzahlen, all dies vorbehaltlich der entsprechenden Zustimmungen durch die Aktionäre und der Aufsichtsbehörden. 

Das Ziel für die CET1-Quote wurde im Laufe des Jahres 2020 von den bisherigen 13,0% auf 12,25% gesenkt. Dies reflektiert Änderungen in unserer P2R-Zusammensetzung, nachdem wir im dritten Quartal insgesamt 375 Mio. € zusätzliches Tier-1- und Tier-2-Kapital ausgegeben haben. Wir begaben größere Volumina an Emissionen als erforderlich und schufen damit eine zusätzliche RWA-Kapazität in Höhe von 4 Mrd. € für Wachstum, um einen künftigen P2R-Bedarf zu decken. Unsere CET1-Quote zum Jahresende von 14,0% entspricht einem zusätzlichen Kapitalüberschuss von 360 Mio. € gegenüber unserem CET1-Ziel von 12,25%. Unser CET1-Ziel von 12,25% entspricht einem MDA-Puffer von 312 Basispunkten, oder 620 Mio. €, gegenüber unserem SREP von 9,13% (regulatorische Mindestanforderung für das Eigenkapital). Insgesamt entspricht dies rund 490 Basispunkte, oder 980 Mio. € CET1-Kapital. zwischen unserer CET1-Quote von 14% (nach Abzug der Dividende) und unserem SREP von 9,13%. 

Die Kredite und Forderungen an Kunden stiegen gegenüber Dezember 2019 um 5%. Das gesamte Kundenkreditvolumen stammt weiterhin zu rund 75% aus der DACH/NL -Region (Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande) und zu rund 25% aus dem übrigen Westeuropa und den USA. Wir fokussieren uns auf entwickelte Märkte, da wir in diesen Ländern von stabilen Rechtssystemen, soliden makroökonomischen Grundlagen und soliden Staatshaushalten überzeugt sind. Wir werden unseren konservativen Risikoappetit beibehalten und uns weiterhin auf unsere Kernmärkte in entwickelten Ländern konzentrieren.

Unser Ziel war und wird es immer sein, auf eine starke Bilanz, solide Kapitalausstattung sowie eine konservative Kreditvergabe zu achten, ein Eckpfeiler, wie wir unsere Bank steuern. Die NPL Ratio lag bei 1,5% (exkl. dem Rechtsfall mit der Stadt Linz bei 1,1%) und spiegelt ein anhaltend niedriges Niveau an NPL-Volumina wider. Des Weiteren verfügt die Bank über einen kurzfristigen Liquiditätspuffer in Höhe von 10,3 Mrd. € per Ende Dezember 2020. Werden die sonstigen marktfähigen Wertpapiere hinzugerechnet, erhöht sich dieser Puffer auf 13,7 Mrd. €.

SegmentJahresüberschuss vor
 Steuern (in Mio. €)
Nettogewinn
(in Mio. €)

RoTCECost/Income Ratio
Retail & SME

374 / -5% 

281 / +-5%

22,4%

40,4%
Corporates & Public

107 / -44%

80 / -44%

9,3%

29,0%


Das Segment Retail & SME erzielte einen Überschuss vor Steuern von 374 Mio. €, was einem Rückgang von 5% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Rückgang steht im Zusammenhang mit einem Anstieg der Risikokosten, aufgrund unseres vorsichtigen und konservativen Ansatzes bei der Bildung von Risikovorsorgen. Das Ergebnis vor Risikokosten stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7% auf 532 Mio. €, wobei ein Anstieg des Nettozinsertrags den COVID-19-bezogenen Rückgang des Provisionsüberschusses mehr als ausglich. Während wir in Echtzeit auf die Kundenbedürfnisse während der Krise reagierten, setzten wir auch die Umsetzung unserer Geschäftsinitiativen fort. Wir schlossen einen wichtigen Schritt zur Vereinfachung unserer Geschäftstätigkeit ab, indem wir unsere österreichischen und internationalen Retail & SME Geschäftsbereiche unter einer Organisation zusammenführten. Der Fokus lag auf dem Aufbau eines Multi-Channel und Multi-Brand Franchises für unser Retail & SME Kundensegment, um einfache, unkomplizierte und zuverlässige Finanzprodukte und -dienstleistungen anbieten zu können. Wir setzten unsere Wachstums- und Rentabilitätsinitiativen fort, indem wir eine starke Vertriebsorganisation für die wichtigsten Produkte und Kanäle aufbauten und gleichzeitig zentrale Funktionen nutzen, um den Kunden ein reibungsloses Erlebnis zu bieten und Synergien in der Gruppe zu fördern. Insgesamt stellen wir fest, dass die Kunden aus einer Position der Vorsicht heraus handeln und, dass die diversen Lockdowns die Aktivität unserer Retailkunden beinflusst haben. Dies hat sich auf die Nachfrage nach Konsumkrediten ausgewirkt und das Gesamtniveau der Konsumausgaben gedrückt. Allerdings erwarten wir, dass sich im Jahr 2021 eine allmähliche Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit zeigen wird und sich die Kundenaktivitäten in der zweiten Jahreshälfte normalisiert haben werden.

Corporates & Public steuerte im Jahr 2020 einen Jahresüberschuss vor Steuern in Höhe von 107 Mio. € bei, ein Rückgang von 44% gegenüber dem Vorjahr. Die Risikokosten für das Jahr 2020 beliefen sich auf 80 Mio. €, wovon 49 Mio. € im Zusammenhang mit spezifischen Reserven, im Wesentlichen für das Restrisiko im Öl- und Gassektor, zurückzuführen ist. Wir gehen weiterhin von einer soliden Pipeline mit diversifizierten Möglichkeiten im Jahr 2021 aus. Der Wettbewerb um defensive, qualitativ hochwertige Aktiva wird jedoch stark bleiben. Unser Schwerpunkt wird weiterhin auf diszipliniertem und konservativem Underwriting sowie auf risikoadäquaten Renditen liegen und nicht rein darauf Volumenwachstum zu erzielen.

Ausblick und Ziele 

Abgesehen von den anhaltenden branchenspezifischen Herausforderungen führte der Ausbruch von COVID-19 im Jahr 2020 zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Störungen im Jahr 2020 und wird sich auch im Jahr 2021 auf die Wirtschaftstätigkeit auswirken. Die Regierungen in der DACH/NL-Region, Westeuropa und den Vereinigte Statten haben jedoch große Anstrengungen unternommen, um ihre Volkswirtschaften zu unterstützen und haben umfangreiche Konjunkturpakete und Unterstützungsmaßnahmen zur Unterstützung ihrer Volkswirtschaften eingeführt. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass sich die Volkswirtschaften der Länder, in denen wir tätig sind, im Jahr 2021 erholen werden. Dies wird jedoch maßgeblich vom Zeitpunkt, der Wirksamkeit und der weiten Verbreitung von COVID-19-Impfstoffen abhängen. 

Wir erwarten eine allmähliche Verbesserung im Jahr 2021 und hoffen, dass dieses Jahr ein Sprungbrett für unsere mittelfristigen Ziele in einem normalisierten Umfeld ist. Wir haben einen RoTCE von 10% in einem stark belasteten wirtschaftlichen Umfeld erzielt, unsere Bilanz gestärkt und einen sehr konservativen Ansatz bei der Bildung von Risikovorsorgen gewählt. Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Halbjahr 2021 weiterhin eine verhaltene Wirtschaftstätigkeit aufgrund von auferlegten Lockdowns sehen werden. In der zweiten Jahreshälfte sollte jedoch der Beginn der Normalisierung der Aktivitäten zu sehen sein können. 

In unserem Ausblick für 2021 sehen wir ein Wachstum der Kernerträge um ca. 2%, operative Aufwendungen von unter 485 Mio. € und eine Reduktion der Risikokosten von mehr als 40%. Letztere, aufgrund der Buchung von 100 Mio. € ECL Reserven und zusätzliche Risikovorsorgen, wovon 38 Mio. € Management-Overlays waren, sowie vernachlässigbare aktive Stundungen aktuell vorliegen und der sich insgesamt verbessernden wirtschaftlichen Aussichten, die wir für das zweite Halbjahr erwarten. 

Unsere Ziele lauten wie folgt:

Ziele2021
Mittelfristig
Return on Tangible Common Equity

> 13%

>15%
Cost/Income Ratio

<41%

<40%


In Bezug auf Kapitalaufbau und Ausschüttungen an die Aktionäre streben wir eine jährliche Dividendenausschüttung in Höhe von 50% des Nettogewinns an und werden zusätzliches Überschusskapital für Investitionen in organisches Wachstum sowie die Umsetzung ergebnissteigernder Akquisitionen in Übereinstimmung mit unserem konzernweiten RoTCE-Ziel verwenden. Soweit das Überschusskapital nicht für organisches Wachstum und M&A zum Einsatz kommt, werden wir es auf Basis einer jährlichen Prüfung an die Aktionäre in Form von Aktienrückkäufen und/oder Sonderdividenden ausschütten. 

Der Vorstand zog zum Jahresende 2020 460 Mio. € an Dividenden vom CET1-Kapital ab. Basierend auf der Dividendenpolitik der BAWAG Group, grundsätzlich 50% des Nettogewinns auszubezahlen, haben wir 372 Mio. € für 2019 und 2020 vorgesehen. Darüber hinaus plant der Vorstand eine Sonderdividende in Höhe von 88 Mio. € für das Geschäftsjahr 2020 vorzuschlagen, um den vorgemerkten Dividendenbetrag für 2019 und 2020 von je 230 Mio. € in absoluten Beträgen gleich zu halten. 

Auf Basis der jüngsten EZB-Empfehlung vom Dezember 2020 ist geplant, zunächst eine Dividende in Höhe von 40 Mio. € der insgesamt zur Ausschüttung vorgesehenen 460 Mio. € im ersten Quartal 2021 und die verbleibenden 420 Mio. € Dividende im vierten Quartal 2021 auszuzahlen, all dies vorbehaltlich der entsprechenden Zustimmungen durch die Aktionäre und der Aufsichtsbehörden. Die außerordentliche Hauptversammlung, die über die Dividende in Höhe von 40 Mio. € beschließen soll, wird am 3. März 2021 stattfinden. Die ordentliche Hauptversammlung, die über die verbleibenden 420 Mio. € beschließen soll, wird auf die zweite Jahreshälfte 2021 verschoben. 

Unsere solide operative Leistung in diesem sehr herausfordernden makroökonomischen Umfeld im vergangenen Jahr war ein echter Beweis für die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells und die strategische Ausrichtung der BAWAG Group. Wir werden weiterhin an unserer risikoarmen Strategie festhalten, die sich auf die DACH/NL-Region und die entwickelten Märkte konzentriert und unseren Kunden einfache, unkomplizierte und verlässliche Finanzprodukte und -dienstleistungen anbietet, die den Bedürfnissen unserer Kunden entsprechen. 

Die vorläufigen Ergebnisse sind noch nicht vom Wirtschaftsprüfer geprüft.

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