BAWAG ContemporaryBAWAG Contemporary
BAWAG Contemporary
Mit der Ausstellung Retreat von Mike Bouchet eröffneten wir am 6. Mai 2010 unsere neuen Ausstellungsräume im ehemaligen Kachelschauraum der Brüder Schwadron am Franz-Josefs-Kai 3, 1010 Wien. Alle bisherigen Aktivitäten im Bereich der Gegenwartskunst werden künftig an diesem Ort gebündelt. Gleichzeitig werden die Bemühungen, zeitgenössische Kunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen, fortgesetzt. Daher liegt auch in Zukunft der Schwerpunkt des Ausstellungsprogramms auf Einzelpräsentationen jüngerer KünstlerInnen, deren Arbeit zum Teil erstmals einem weiteren Kreis vorgestellt wird. Wir sind den künstlerischen Positionen und Konzepten dieser jüngeren Generation verpflichtet und verstehen uns als Ort, der aktuelle zeitgenössische Produktionen sichtbar macht und als Schnittstelle zwischen den Kunstszenen verschiedener Metropolen agiert. Mit einem attraktiven Rahmenprogramm von Konzerten und Veranstaltungen an jedem Mittwoch möchten wir BAWAG Contemporary auch zu einem beliebten Treffpunkt der Wiener Szene machen. Als Non-Profit-Institution bieten wir auch in Zukunft freien Eintritt zu allen Ausstellungen und ein kostenloses Führungs- und Vermittlungsprogramm.
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Clegg & Guttmann
Clegg & Guttmann
Portraits and Other Cognitive Exercises 2001-2012
12. April 2012 — 10. Juni 2012
BAWAG Contemporary freut sich, die Ausstellung der Künstler Clegg & Guttmann „Portraits and Other Cognitive Exercises 2001–2012“ präsentieren zu dürfen. Für ihre Ausstellung haben Clegg & Guttmann exemplarische Werke ihrer Produktion aus der Perspektive der Gegenwart überdacht. Einer Auswahl des seit dem Jahr 2001 kontinuierlich entwickelten Werkblocks der Cognitive Exercises stellen sie frühe und aktuelle Beispiele ihrer unwiderstehlich attraktiven Porträtfotografie gegenüber. Das Ergebnis ist ein visuelles und inhaltliches Stretching zwischen Kargheit und Opulenz, zwischen Glamour und Diskurs.
Clegg & Guttmann, A Portrait of a Young Woman, 1986,© Clegg & Guttmann, Courtesy Galerie Christian Nagel, Köln, Berlin
Ein heimliches Bezugssystem verbindet die unterschiedlichen Genres. Zu den von Clegg & Guttmann eingesetzten Techniken gehören Fotografie, Skulptur, Installation und Video; ihre künstlerische Methode reicht von klassischer Objektproduktion bis zur Performance; sie interessieren sich für Soziologie und das Alltagsleben ebenso wie für Wissenschaft und Philosophie. Wenn sie innerhalb ihrer Praxis individuelle Kategorien mit so anschaulichen Titeln wie Community Portraits, Social Sculptures oder Spontaneous Operas etablieren, geht es immer darum, das Thema Porträt mit verschiedenen Mitteln zu untersuchen. Clegg & Guttmann entwerfen Modelle für Kommunikation, Kollaborationen und die Beteiligung an politischen und kulturellen Prozessen. Unter ihren Arbeiten sind viele an den Schnittstellen von Funktion und Funktionalisierung angesiedelt, oft herrscht ein strenges Regime intellektueller Begrifflichkeiten. Den erkenntnistheoretischen Konstruktionen stehen Werke zur Seite, die von Stimmungen, Gesten, Mimik und Körperhaltungen getragen sind, Werke, deren erzählerischer Gehalt aus der Zeit zu fallen scheint.
Der konzeptuelle Rahmen der Ausstellung umschließt drei wesentliche Felder ihrer Arbeit: Porträts, Bibliotheken und kognitive Übungen. Clegg & Guttmann ziehen konkrete Präsentationen der letzten Jahre heran, um das eigene Werk unter dem Gesichtspunkt einer Rekontextualisierung zu durchkämmen. Dafür verwenden sie ihre bereits aus dem Frühwerk bekannte Collagestrategie. Die interessanten Räumlichkeiten des BAWAG Contemporary haben Clegg & Guttmann zu einem Display angeregt, das optische Tatsachen den ästhetischen Begriffen und Theorien gegenüberstellt, die in die Objekte hineingelesen werden können.
Drei vertikal organisierte Bibliotheksskulpturen (Sha’at’nez, 2004; The Moebius Library, 2005; La Libreria Piramidale, 2007) treffen auf die Rauminstallation Falsa Prospettiva, 2001, eine sich in die Tiefe erstreckende Trompe-l’oeil-Arbeit aus Bücherschränken. Clegg & Guttmann bezeichnen Falsa Prospettiva als eine „Knowledge Sculpture“, mit der auf den Unterschied zwischen dem Sichtbaren und der dahinterliegenden Realität hingewiesen werden soll. An Sha’at’nez oder die verschobene Bibliothek, einer Collage aus Bücherregalen im Umfeld Sigmund Freuds, interessiert die Künstler der physische Ortswechsel von Büchern ebenso wie Freuds psychoanalytischer Begriff der Verschiebung bzw. Substitution. Die Pyramide wiederum bezieht sich auf das Studiolo, die private Lesestube der Renaissance, und die Möbiusschleife, auf jene aus der Topologie Lacans bekannte zweidimensionale Struktur, für die es eine Unterscheidung zwischen unten und oben bzw. innen und außen nicht gibt. Beide Skulpturen können als Ablagen „benutzt“ werden und funktionieren als Beispiele für Gemeinschaftsporträts und kollektives Gedächtnis.
Im Zentrum der Ausstellung steht der seit den 1980er-Jahren wohl wichtigste Transmitter Clegg & Guttmanns: die Fotografie, das fotografische Porträt. Die Einzelbildnisse, Bilder von Paaren und vielfigurigen Gruppen gehören bis heute zum Aufregendsten, was dieses Genre zu bieten hat. Ihr Bezugsrahmen sind die ästhetischen Konventionen historischer Porträts und Gruppenbilder des 16. und 17. Jahrhunderts. Die Niederländer von Frans Hals bis Rembrandt, die Italiener von Tizian bis Caravaggio sind das Referenzmaterial für einen Werkkomplex, der kollektive Strukturen, gesellschaftliche Gefüge und Machtverhältnisse mit dem Instrumentarium jener historischen Repräsentations- und Familienporträts inszeniert, die Personen in ein Umfeld stellen, das ihren kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergrund offenlegt.
Clegg & Guttmann kennen die Codes von Status, Einfluss und Kapital. Sie entwickeln einen Look für „Reich und Schön“, eine Fiktion von dem, was in der Realität Wert, Wirkung und Anziehungskraft hat. Der Typus trägt fashionables Schwarz, die Männer weiße Hemden und dunkle Krawatten, die Damen effektvollen Schmuck und Juwelen. Oft übertrieben und isoliert werden die Effekte selbst zur Materie der Selbstreflexion.
Mit Executives of the Steel Industry versus Executives of the Textile Industry zeigen Clegg & Guttmann ein charakteristisches Bild der frühen Achtzigerjahre: Zwölf Männer sind in einem altmeisterlichen Dunkel aufgereiht. Eine starke Lichtquelle beleuchtet Gesichter, Hände und die weißen Hemden. Keiner lächelt oder sucht den Blickkontakt mit der Kamera. Zitate aus der Kunstgeschichte kommentieren die Darstellung im Hintergrund: Daumiers Verspottung Napoleons III. und seine berühmte Karikatur Après vous, die einen französischen und einen preußischen Soldaten zeigt, die einander beim Niederlegen der Waffen den Vortritt lassen.
Clegg & Guttmann, Executives of the Steel Industry V. Executives of the Textil Industry, 1980,
© Clegg & Guttmann, Courtesy Galerie Christian Nagel, Köln, BerlinNeben Commissions, für die sich Sammler, Galeristen und Kuratoren ebenso gerne abbilden lassen wie wohlhabende Diamantenhändler mit ihren Kindern (ein eigenes Kapitel sind die „Rejected Commissions“), entstehen Porträts fiktiver Auftraggeber. Clegg & Guttmann engagieren junge Kollegen aus ihrem Freundeskreis und Schauspieler, die älter sind als sie selbst. Diese tauchen dann immer wieder auf, Kultfiguren aus dem East Village wie der 2006 verstorbene Bill Rice, der in Coffee & Cigarettes von Jim Jarmusch und in Amos Poes Subway Riders spielte, dem Film, mit dem die Österreicherin Johanna Heer an der Kamera berühmt wurde.
Für die Ausstellung haben Clegg & Guttmann die wegweisende Arbeit The History of Photography ausgewählt. Rice tritt im grauen Anzug und mit schwarzer Krawatte weniger als Businessman, sondern eher als Privatdedektiv aus dem Film noir auf, umweht von einem Hauch deutschem Expressionismus, erfüllt von existenzieller Verbitterung. Die Collage aus einer Farbfotografie vor schwarz-weißem Hintergrund ist eine offensichtliche Referenz auf die Methoden und den technischen Fortschritt der Porträtfotografie.
Wie im 19. Jahrhundert verwenden Clegg & Guttmann konkrete fotografische Hintergründe, kulissenhaft eingesetzte Fototapeten, die Architekturfragmente wiedergeben und über diese Raumabbildungen Ambiente suggerieren. Clegg & Guttmann vergrößern die Fotos und montieren sie hinter ihren Modellen so, dass die Inszenierung, die Bühne, deutlich wird: Die Bahnen verdecken nur Teile des Raums, Papierkanten und aufgerollte Ecken geben das Verfahren preis.
Das historische Gebäude des YMCA Jerusalem, 1933 von Shreve, Lamb & Harmon, den Architekten des Empire State Building, errichtet, mit seinen eleganten Kuppeln, Bögen und verglasten Loggien, das Foyer der Hauptbibliothek der Columbia University oder die Villa Rossi in der Toscana sind häufig verwendete Motive, die je nachdem, wie die Künstler sie einsetzen, anders gelesen werden können.
Aus der Serie der Collaborations, die ausschließlich mit KünstlerInnen ein - gegangen werden, zeigen Clegg & Guttmann den Dandy und Anarchoästheten Martin Kippenberger im Proto-Margiela mit avantgardistisch vom Anzug abgetrenntem Ärmel.
In den Beispielen ihrer späteren „Austrian Portraits“ beziehen sich Clegg & Guttmann vor allem auf Gustav Klimt und setzten Muster, Aluminiumfolie und Kupfer als Hintergründe ein.
Schließlich machen Clegg & Guttmann mit einigen eindrucksvollen Querver - weisen auf inhaltliche und visuelle Bezüge zwischen Fotografie, Skulptur und den Partizipationsangeboten der Cognitive Exercises aufmerksam. The Bookworm mit seiner Spitzweg-Referenz dockt als Fotografie bei den Bibliotheksskulpturen an, Cognitive Exercise II: The Constrained Brahms Quartett stellt eine Verbindung zwischen dem Handicap des blonden Jünglings auf der Fotografie The Cripple und der Aufführung des C-Moll- Streichquartetts von Johannes Brahms unter erschwerten Bedingungen her: Die Musiker sind mit Stangen so aneinandergefesselt, dass ein individuelles Spiel unmöglich ist. Die Graffiti, die Ausstellungsbesucher auf Cognitive Exercise III: Continuous Drawing hinterlassen, entdeckt man auf der Fotografie Now That He Started wieder, die eine Keith Haring gewidmete Zeichnung von Clegg & Guttmann in ihrem Loft in Chelsea zeigt.
Clegg & Guttmann, The Cripple, 1985, 80 x 60 cm,
© Clegg & Guttmann, Courtesy Galerie Christian Nagel, Köln, BerlinMit den Cognitive Exercises haben Clegg & Guttmann Handlungsanlässe entwickelt, die mit dem Leben verbunden sind und das Publikum zum Einsatz motivieren. Mögliche Gesten und Aktionen, ein „Verhalten unter beeinflussten Bedingungen“ überblenden Clegg & Guttmann auf und mit ihren Fotografien, ihrer Bildorganisation, Komposition und Lichtsemantik. Durch diesen Kontext eröffnet sich eine neue Perspektive auf einige der Porträts. In diesen Arbeiten zeigen Clegg & Guttmann Menschen, die es vermögen, ihre Situation, die Objekte, die sie umgeben, und ihre Umwelt direkt zu kommunizieren. Was in der Reagan-Ära als Kritik der Machtanbetung begann, gewinnt in Zeiten der „Occupy Wall Street“-Bewegung an zusätzlicher Bedeutung. (Brigitte Huck)
BAWAG Contemporary
Franz Josefs Kai 3, 1010 WienAusstellungsdauer: 12. April – 10. Juni 2012
Eröffnung: 11. April 2012, 19 Uhr
Öffnungszeiten: täglich 14 Uhr – 20 Uhr
Führungen: jeden Donnerstag, 18 Uhr
Begleitveranstaltungen: mittwochs, laut Ankündigung
Eintritt freiNähere Infos unter: http://www.bawagcontemporary.com/
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Heidrun Holzfeind - Strictly Private
Heidrun Holzfeind
Strictly Private
9. Februar 2012 — 1. April 2012
BAWAG Contemporary freut sich, die Ausstellung der Künstlerin Heidrun Holzfeind „Strictly Private“ präsentieren zu dürfen.
Die Arbeit der österreichischen Künstlerin hat in den letzten Jahren verstärkt Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auf der Grundlage theoretischer Überlegungen zu Architektur als sozialem Raum und zur Widerspiegelung von Machtverhältnissen in urbanen Systemen hinterfragt Holzfeind die utopischen Versprechen modernistischer Wohnbauten. Sie verbindet dieses Interesse für Architektur und Städtebau eng mit der Frage nach individuellen Lebensentwürfen und hat so zu einem höchst eigenständigen und unverwechselbaren Oeuvre gefunden.
„Meine Arbeiten sind Porträts einfacher Menschen in einem Abschnitt ihres Lebens, in dem sie über ihre Errungenschaften, Ziele, Hoffnungen und ihren Platz in der Gesellschaft nachdenken“, schreibt die Künstlerin über ihren kritischen Blick auf gesellschaftliche Strukturen. Souverän lotet sie in ihren Werken Grenzen zwischen Geschichte und Identität, persönlichen Schicksalen und politischen Narrativen der Gegenwart, zwischen Realität und Fiktion aus.
So porträtiert sie etwa in der Videoarbeit Colonnade Park (2011) die modernistischen Wohngebäude Mies van der Rohes in Newark über Gespräche mit deren Bewohnern. Die drei zwischen 1954 und 1960 errichteten Glas- und Stahltürme stehen für den Beginn der urbanen Erneuerung Newarks. Die Interviews mit den Bewohnern über ihr Leben in diesen klassischen modernistischen Gebäuden werden mit Ansichten der Wohnungen und Aussichten aus den Fenstern konfrontiert.
In CU (Mexico City, August 2006) und Mexico 68 aus dem Jahr 2007, einer Diainstallation und Videointerviews über die Ciudad Universitaria in Mexico City, den wichtigsten Campus der Universidad Nacional Autónoma de México, stellt Holzfeind Architekturaufnahmen Videointerviews mit Aktivistinnen und Aktivisten der Studentenbewegung von 1968 gegenüber, die eine ganze Generation geprägt hat. Mit diesen Arbeiten hat Heidrun Holzfeind wesentlich zur Neuformulierung von Fragen des Dokumentarischen beigetragen und die Verwendung von Fotografie und Video zwischen Kunst und sozialer Praxis neu definiert.
Im Mittelpunkt der Ausstellungim BAWAG Contemporary wird eine neue Werkgruppe stehen, die sich mit dem österreichischen Architekten Ernst Schwadron (Wien 1896 – 1979 New York) auseinandersetzt. Ernst Schwadron war der älteste Sohn des Mitbegründers der Bau- und Keramikfirma Brüder Schwadron, in deren früherem Schauraum sich heute die Ausstellungsräume des BAWAG Contemporary befinden. Im Penthouse des gleichen Gebäudes am Franz-Josefs-Kai 3 lag die Wohnung des Architekten, der 1938 nach New York emigrieren musste und in den späten 1940er-Jahren in der Nähe der Stadt sein eigenes Haus errichtete. In ihrer neuen Werkgruppe geht Heidrun Holzfeind vor allem verschiedenen räumlichen und zeitlichen Bezügen nach. (Christine Kintisch)
BAWAG Contemporary
Franz Josefs Kai 3, 1010 WienAusstellungsdauer: 9. Februar 2012 – 1. April 2012
Eröffnung: 8. Februar 2012, 19 Uhr
Öffnungszeiten: täglich 14 Uhr – 20 Uhr
Führungen: jeden Donnerstag, 18 Uhr
Begleitveranstaltungen: Mittwochs, laut Ankündigung
Eintritt frei!!
Nähere Infos unter: http://www.bawagcontemporary.com/
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Erik van Lieshout
BAWAG Contemporary freut sich, neue Arbeiten des niederländischen Künstlers Erik van Lieshout (geb. in Deurne, lebt in Rotterdam) vorstellen zu dürfen. Im Zentrum der Ausstellung „Erik makes Happy“ steht der 2011 entstandene Film Commission, der in einem installativen Setting aus skulpturalen Elementen, Zeichnungen und Klebefolien präsentiert werden wird, das zwischen Bühne, Catwalk und Einkaufsladen changiert.
Den Auftrag für den Film über Zuidplein, ein Einkaufszentrum im Süden Rotterdams, erhielt Erik van Lieshout 2010. Van Lieshout hatte vierzehn Jahre in dieser Gegend gelebt und gearbeitet und dort einige Filme gemacht, so etwa Respect, der 2003 im niederländischen Pavillon bei der Biennale in Venedig gezeigt wurde, und Awakening (2005). Nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt war van Lieshout an die Kommission herangetreten, weil er nach einer Möglichkeit suchte, in diesen Arbeiterbezirk zurückzukehren, in dem mehrere große Einwanderergemeinden leben.
Das 1968 errichtete Einkaufszentrum in Zuidplein war eines der ersten in den Niederlanden und stand für eine utopische Vision, für zukünftigen Reichtum und urbane Harmonie. Im Lauf der Jahrzehnte ist der Süden Rotterdams sehr heruntergekommen. Das Einkaufszentrum Zuidplein wurde zu einem Ort der Armen und Arbeitslosen – und damit zu einem Ort, den man am besten mied. Gleichzeitig konzentrierte sich die Politik der Stadtverwaltung auf repräsentative Bauten an den Ufern der Maas, die die Stadt teilt. Durch an Stararchitekten wie Renzo Piano, Norman Forster, Álvaro Siza und den in Rotterdam arbeitenden Rem Koolhaas vergebene Aufträge wird das Viertel am Südufer zu einer Auslage zeitgenössischer Architektur. Zuidplein hingegen liegt zu weit südlich und wird politisch und finanziell vernachlässigt. Das Management der Shoppingmall hat sich bemüht, dem Zentrum wieder ein positives Image zu geben, indem es mithilfe von 63 Kameras für sichere Verhältnisse zu sorgen versucht und Jugendliche zum Weitergehen anhält.
Im Sommer 2010 eröffnete Erik van Lieshout in einem ehemaligen Lokal des Einkaufszentrums vorübergehend einen Laden. Statt allerdings einfach Waren zu verkaufen, nutzte er den Ort als Basis, um (wieder) mit dem Viertel und seinen Bewohnern, die er in für ihn charakteristisch direkte und oft sehr lustige Gespräche über Herkunft, Stadterneuerung, Sicherheit und Konsumverhalten verwickelte, in Verbindung zu treten. Commission ist ein Kommentar van Lieshouts zur gesellschaftlich-politischen Machtlosigkeit der Menschen und der Kunst – und eine Suche nach einem Zuhause. Indem der Film dem Einfluss von Personen wie Rem Koolhaas oder des ermordeten populistischen niederländischen Politikers Pim Fortuyn nachgeht, erweist er sich sowohl als Porträt eines Orts wie auch als halb skeptischer, halb hoffnungsvoller Versuch eines Künstlers, sozial Gutes zu tun.
Commission befasst sich mit dem Scheitern einer Utopie in ihren verschiedenen Phasen und hinterfragt die Möglichkeiten gesellschaftlicher Partizipation in einer urbanen Welt, die aus ausgegrenzten Suburbs, privatisierten Räumen und streng überwachten Shoppingmalls besteht. Zuidplein steht paradigmatisch dafür, wie soziales Leben heute rund um den Imperativ Kaufen organisiert wird und wie die globale Brandingpolitik der großen Konsummarken über Zutritt zu oder Ausschluss von diesen Räumen bestimmt, während gleichzeitig soziales Leben nur simuliert wird.
Bemerkenswert ist, wie dem Künstler eine entlarvende gesellschaftskritische Analyse der Mall gelingt, indem er den infantilen Provokateur spielt. Er täuscht naive Verwirrung vor und schlüpft in die Rolle des unschuldigen Idealisten in einer unverständlichen, oft feindlichen Welt. Aufgenommen im Stil eines wackligen Amateurfilms ist Commission eine schnell geschnittene Collage aus Dokumentarszenen und Stop-Motion-Animationen, in der sich Interviews und Aufnahmen der Mall mit cartoonartigen Zeichnungen, Modellen und performativen Szenen abwechseln.
Der über dem Eingang des Ladens angebrachte Slogan Echter Luxus ist nichts kaufen weist das Geschäft als Vitrine oder Schaufenster aus, als einen Ort, an dem es zwar viel zu sehen, aber nichts zu kaufen gibt. Der Slogan ist Verweis auf und Zitat von Rem Koolhaas’ Prada-Store in New York. Für Commission präsentiert van Lieshout eine Ausstellung in einem Konsumraum und versucht diesen, wie Koolhaas seinen Prada-Store, kulturell zu nutzen und Schauen zum Luxus zu machen. Die Kunstinstallation soll Gemeinschaft generieren und der Mall Wertezuwachs bringen. In Zuidplein jedoch gibt es keinen Platz für Kunst und für Schauräume, in denen nichts gekauft werden kann. Der Künstler wird nur angefeindet, und die Menschen empfinden seinen Slogan zudem als zynisch, da sie ohnehin kein Geld haben, um etwas zu kaufen. Zuidplein bleibt ein Ort des Grellen, Bunten und Billigen – ein Junk-Space eben, wie er von Koolhaas 2001 definiert wurde: „Junk-Space ist das, was nach der Modernisierung übrigbleibt, oder, genauer gesagt, das, was gerinnt, während die Modernisierung stattfindet, ihr Fallout.“ Ganz konsequent findet sich in dem Laden van Lieshouts auch nur Junk ausgestellt.
In Auftrag gegeben wurde die Arbeit von Sculpture International Rotterdam und Hart van Zuid im Rahmen eines Langzeitkunstprojekts in Zuidplein, Rotterdam. Zu den in das Projekt involvierten Künstlern gehören unter anderen auch Ken Lum und Ai Wei Wei.
(Christine Kintisch)
BAWAG Contemporary
Franz Josefs Kai 3, 1010 Wien
Eröffnung: Mittwoch, 30. November 2011, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 1. Dezember 2011–29. Jänner 2012
Öffnungszeiten: täglich 14–20 Uhr
Feiertage geöffnet:
Do, 8.12.2011 (Maria Emfpängnis)
So, 25.12.2011 (Christtag)
Mo, 26.12.2011 (Stefanitag)
Sa, 31.12.2011 (Silvester)
Fr, 6.1.2012 (Heilige drei Könige)
Feiertage geschlossen:
Sa, 24.12.2011 (Heiliger Abend)
So, 1.1.2012 (Neujahr)Führungen: jeden Donnerstag, 18 Uhr
Eintritt frei!
Mehr Infos unter: http://www.bawagcontemporary.at
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Bethan Huws
BAWAG Contemporary freut sich, die Ausstellung bzw. Werke der Künstlerin Bethan Huws präsentieren zu dürfen. Die künstlerische Praxis Bethan Huws’ gründet in einem vielschichtigen gedanklichen Prozess, der sich jeder einseitigen Festlegung zu entziehen sucht. Vorherrschendes Thema ist die Sprache. In seiner intensiven Auseinandersetzung mit linguistischen Fragestellungen kreist das OEuvre um Möglichkeiten von displacement – von einem Raum in den anderen, von einer Kultur in die andere, von einem Medium in das andere. Mit dieser Vorgangsweise gelingt es Huws, die ursprüngliche Idee von Konzeptkunst zu aktualisieren, einen offenen Raum zu schaffen, der zwischen allen Medien, Genres und Disziplinen liegt, ohne sich herkömmlichen Regeln zu unterwerfen.
Bethan Huws’ Werk umfasst Textarbeiten, Zeichnungen, Installationen, Skulpturen, Performances und Filme. Die Ausstellung im BAWAG Contemporary präsentiert die fünf bisher entstandenen Filme der Künstlerin.
Singing for the Sea aus dem Jahr 1993 ist Huws’ erster Film, der die Stimmen von acht Frauen und die rhythmische Bewegung des Meeres zu einer eindringlichen Choreographie zusammenführt. In einer sanften Meeresbucht singen acht Frauen aus dem bulgarischen Bergdorf Bistritsa das Meer an. Sie singen von Schafhirten, Wäldern und jungen Mädchen, während sie asynchron gegen den Uhrzeigersinn im Kreis tanzen. Ihr archaischer und polyphoner Gesang trifft auf das Tanzen der Wellen, die uralten Klänge aus den Bergen begegnen dem Meer. Diese subtile geographische Verschiebung schlägt eine Brücke zwischen zwei unterschiedlichen Kulturräumen und inszeniert gleichzeitig eine rätselhaft kodierte Kommunikation, die in ihrer poetischen Form des Sendens und Empfangens von Nachrichten an die Rauchsignale amerikanischer Indianer erinnert.
ION ON (2003) wurde von Huws ursprünglich als Theaterstück für den Yorkshire Sculpture Park konzipiert. Das Stück sollte im Freien unter einer großen Libanonzeder aufgeführt werden. Der Schauplatz des Films ist eine verlassene Ruinenlandschaft in Sardinien und die Felder ihrer Umgebung. Der Film lotet das Wesen der Kunst von Michelangelo bis zur Gegenwart aus: Huws lässt einen Schauspieler in 45 Szenen erfundene Dialoge zwischen einem Künstler und einem Kurator vortragen. Das Ich wird durch mindestens zwei Stimmen ersetzt, von denen jede durch den Schauspieler andere Rhythmen und Tonarten vorschlägt. In assoziativen Verschiebungen bewegt sich der gedanken- und anspielungsreiche Text durch verschiedenste Orte und Diskurse, Fiktionen und Wirklichkeiten.
The Chocolate Bar von 2006 ist ein Kurzfilm, dessen Skript drei Personen, drei Schauplätze und viele verschiedene Kameraperspektiven bietet. Rhys Ifans spielt sich selbst und zwei andere Charaktere. Im Zentrum steht Duchamps Flaschentrockner, der wie ein Alien im Hintergrund aufgehängt ist. Das Skript beruht auf einem Text der Künstlerin, der mit der Bedeutungsvielfalt von „Mars“ und „Bar“ und den sich daraus ergebenden Missverständnissen zwischen den Personen spielt. Eine Reflexion über Marcel Duchamp, die walisische Kultur und das Scheitern von Kommunikation, die Alltägliches mit viel Witz und kunsttheoretischer Ironie auflädt.
Fountain (2009) ist ein bildstarker Versuch, das gewählte Thema (Brunnen, Quelle, Ursprung des Lebens, Symbol der Liebe, Ehe usw.) in seiner Bedeutungsvielfalt und im Kontext der Allegorien und Mythen darzustellen, mit denen es verwoben ist. Der Film bringt das Sprechen über Duchamps Readymade von 1917 und den Wasserfall von Étant donnés mit dem Rauschen von Wasser und spektakulären Bildern von 49 römischen Brunnen zusammen. Während wir die vielen barocken Brunnen sehen, hören wir die Stimme der Künstlerin, die englisch, französisch und walisisch neun Redewendungen vorträgt, die sie in Étant donnés gefunden zu haben glaubt. Jeder einzelne Brunnen beschreibt ein neues Konzept und verspricht eine neue Bedeutung. Das Fließen von einer Bedeutung zur anderen birgt immer wieder aufs Neue das Versprechen von Sinnhaftigkeit, das aber nicht eingelöst wird. Auf metaphorischer Ebene verhandelt Fountain, wie das Geräusch fließenden Wassers dem Prozess des Denkens und Sprechens und dem Vergehen der Zeit gleicht.
A Marriage in the King´s Forest aus dem Jahr 2009 dokumentiert die Hochzeitsfeier eines jungen Paares und überträgt diese in einer subtilen geografischen Verschiebung in den märchenhaften King’s Wood bei Challock in Kent. Der ursprüngliche Schauplatz des gesellschaftlichen Rituals – mit seinen Erinnerungsfotos, dem Einzug der Frisch vermählten, dem Anschneiden der Torte, dem Tanz – ist ein edwardianischer Ballsaal in den Winter Gardens in Margate an der Kanalküste. In langsamen Aufnahmen bewegen wir uns um die Gesellschaft herum. Der Blick der Kamera ist ein suchender und schweifender. Sie schwenkt in verschiedene Richtungen, zoomt in ein Gesicht oder auf ein Detail und wendet sich dann wieder anderen Personen zu. Die Aufzeichnung dieser gesellschaftlichen Choreographie in Bild und Ton lässt Innenraum und Außenraum, Kultur und Natur, Zeit und Zeitlosigkeit aufeinandertreffen und das reale Ereignis mit einem Mal seltsam fremd und unwirklich erscheinen.
(Christine Kintisch)
BAWAG Contemporary
Franz Josefs Kai 3, 1010 Wien8. September 2011 – 20. November 2011
Öffnungszeiten: täglich 14:00 - 20:00 Uhr
Führungen: jeden Donnerstag, 18:00 Uhrhttp://www.bawagcontemporary.com/
Eintritt frei.
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Franz Graf
BAWAG Contemporary freut sich, die Ausstellung des Künstlers Franz Graf „DERR SCHRECKEN JEDOCH VERMEERTE MEIN INTERESSE“ präsentieren zu dürfen.
Forever Young – das gilt für keinen so wie für Franz Graf: wenn, wie in Bob Dylans Song, Idealismus und Aufrichtigkeit Kriterien dafür sind.
Nach einer großen Retrospektive in der Kunsthalle Krems und Beschwernissen wie der Verleihung des Österreichischen Kunstpreises ist es für Franz Graf nun wieder an der Zeit für etwas Freestyle. Wie kaum ein anderer Ort in Wien kommen die durchlässigen, swingenden Räume der BAWAG Contemporary den Energien und der Methode des Künstlers entgegen. Im Auf und Ab der Galerie, entlang ihrer mitreißenden Raumdurchsicht, unter der verfliesten Decke und dem glasüberdachten Innenhof wird Graf spontan mit Bildern, Skulpturen, Fotografien und Zeichnungen komponieren. Die Grenzen von Raum und Werk hebt er auf, mit seinem System der freien Verbindung unterschiedlicher Elemente, der Verkettungen und Überschneidungen. Der Botaniker Franz Graf, der Anatom und der Poète maudit versammelt seine Formate: subtile Zeichnungen mit Tusche und Grafit, Fotografie, weiße und schwarze Leinwandbilder, Skulptur, für die er seinen unendlichen Fundus an Alltagsobjekten recycelt. Sprache. Text als klärendes Motiv, als Poesie und als offene Materie. Sprache, die Inhalt transportiert, Inhalt verschleiert und als grafisches Element unabhängig von diesem Inhalt reine Form sein kann. Düstere, oft apokalyptische Installationen.
Franz Graf lebt heute im Waldviertel, dort, wo verstreut liegende Einzelgehöfte zu Ämtern zusammengefasst sind. Stets haben seine Lebensbedingungen, seine Freunde und seine aus allen Nähten platzenden Atelierräume ein Werk imprägniert, auf dessen Oberflächen sich zurzeit das Spärliche, Spröde, das Schüttere der Gföhler Gegend abreibt. Versatzstücke seiner Waldviertler Umgebung wird Graf nach Wien transferieren.
In die für eine vergangene Ausstellung schwarz gestrichene Fensterfront wird vor Ort eine Zeichnung eingeritzt. Darüber hinaus wird Franz Graf einen Komplex neuer Arbeiten zum immer wiederkehrenden Thema Körper und Körperlichkeit zeigen. Figuration und Ornament werden eingesetzt, um – in vielfältigen Zwischentönen – ein ambivalentes, gleichzeitig jedoch sondierendes Szenario zu entwerfen, in dem Zufall und Gesetzmäßigkeit, Ordnung und Unordnung aufeinandertreffen.
Doppeldeutig und vielschichtig zugleich erschließt sich das Werk Franz Grafs nie auf einen Blick. Die raue Unebenheit des Handwerks, des Werks, lässt alles offen. Unausgefeilt, oft unvollendet bleibt es verheißungsvoll und grenzenlos. (B.Huck)BAWAG Contemporary
Franz Josefs Kai 3, 1010 Wien7. Juli 2011 – 28. August 2011
24. August, 21 Uhr: Konzert „Franz Graf and guests“
Eintritt frei
Öffnungszeiten: täglich 14:00 - 20:00 Uhr
Führungen: jeden Donnerstag, 18:00 Uhr -
Ragnar Kjartansson
Auch wenn es nicht so aussieht, die Ausstellung Take me here by the Dishwasher ist ein Porträt. Ragnar Kjartansson, der sich selbst als einen hoffnungslosen Romantiker bezeichnet, ist ein isländischer Künstler, der sich vorwiegend auf den Gebieten der Performance, des Theaters und der Musik bewegt. Er übt sein Handwerk aber auch in traditionelleren Medien wie Malerei, Zeichnung und Video aus. Kulturgeschichte und Mythos, Rituale und ein Spektrum an Identitäten, Trauer, Glück, Schönheit, Horror, Drama, Humor: all das sind die Zutaten für ein Werk, für dessen Existenz es nur einen Grund gibt: den Impuls eines Charismatikers, zu entertainen.
Bereits die Empfängnis des Künstlers liegt in einem Nebel aus Realität und Fiktion. Kjartansson, in eine Familie von Theaterleuten geboren, vermutet, dass er auf dem Filmset von Islands erstem erotischen Thriller gezeugt worden ist. In Mordsaga (Reynir Oddson, 1977) spielt seine Mutter, Gudrun Asmundsdottir eine einsame Hausfrau, der Vater, Kjartan Ragnarsson den Installateur, den sie in ihren Träumen ruft, um den Geschirrspüler zu reparieren. In der Tat fällt Ragnars Start ins Leben in jenen Monat, als die Liebesszene gedreht wurde. Take me here by the Dishwasher zeigt den alles entscheidenden Moment im Filmloop.
Von Beginn seiner rasanten Karriere an hat sich Ragnar Kjartansson mit dem Rollenbild des Künstlers auseinandergesetzt. Seine Arbeiten sind laufende Erhebungen zum Status von Künstler, Werk und Publikum.Wer bin ich, wo bin ich, was tue ich dort, was ist geschehen, bevor ich hierher kam? Die Fragen, die sich nach Lee Strasberg ein Method Actor stellen muß, scheinen auch für Kjartanssons Technik eine Rolle zu spielen: der exhibitionistische Künstler, der Requisiten für Tableaux Vivants und Rollenspiele produziert, die Teile eines sehr persönlichen Identitätspuzzles sind; das Porträt des Künstlers als Maler nächtlicher Seestücke, als Opernsänger im Rokokotheater, als Lonesome Cowboy mit Gitarre in den Rocky Mountains.
Seit Ragnar Kjartansson Dieter (Diter) Roth erlebt hat, der an der Universität der Künste in Reykjavík entweder Gedichte vorlas oder Manager verfluchte, weiß er über die Bedeutung von Präsenz Bescheid. Deshalb ist sein Werk immer Live und mit Entschiedenheit performativ. Denn die Frage, wie Kunst entsteht ist mindestens so wichtig, wie das fertige Resultat. Auch im Zentrum der Ausstellung im Kunstraum BAWAG Contemporary steht ein zeitgebundenes Werk, geht es um den Moment, in dem Kunst passiert:
Zehn Troubadoure (der Typus des romantischen Helden – seien das sagenumwobene Troubadoure, eine Fantasyversion von Prinz Eisenherz oder der Mann an der Gitarre – wird in verschiedenen Szenarios eingesetzt) im casual dress singen ein Dialogfragment aus dem Film Mordsaga zur Musik von Kjartan Sveinsson, dem legendären Keyboarder der isländischen Postrockband Sigur Rós. Die Troubadoure sind professionelle Musiker, alle spielen die Gitarre. Nun ist der Typus Mann mit Gitarre eine Chiffre der globalen Jugendkultur und des rebellischen Aufbegehrens, ein geradezu ikonisches Symbol in populären Mythologien. In der Ausstellung geht das Superzeichen eine leicht erschöpfte Verbindung mit Bier und Zigaretten ein. Für die Dauer der Ausstellung treffen die Performer täglich zusammen, rauchen, trinken und singen ihr Lied. Eine soziale Skulptur wird entstehen, eine kaputte Version von der immerwährenden Wiederkehr des Gleichen, vielleicht wird man gegen Ende ein kleines Nietzsche-Syndrom ausmachen können. Darüberhinaus arbeitet sich Kjartansson lustvoll an Genderklischees ab, immer wieder weist er darauf hin, dass seine Kunst aus dem Feminismus erwächst. Der Pathos, der im Bild des Mannes an der Gitarre steckt, seine Sexualisierung durch das Instrument, kommt ihm da gerade recht.
Kjartanssons Methode ist eine der unendlichen Geschichten, der Zyklen und absurden Loops. In seinen Pasticcios stellt er Elemente, die für die Kunst Relevanz haben, einem Corpus an nostalgischen kulturellen Referenzen gegenüber und lässt die Grenzen zwischen alldem gnädig in einem isländischen mudpool versickern.
Die Performances dauern oft viele Tage und Stunden und verlangen totalen körperlichen Einsatz. Auf der Manifesta 8 in Rovereto etwa, singt er 2008 zwei Wochen lang acht Stunden täglich Schumanns Dichterliebe zu Klavierbegleitung. Für die dekadente Version eines Liederabends trägt er einen eleganten, schwarzen Smoking mit Fliege, raucht dicke Zigarren und trinkt Champagner, bis er nicht mehr stehen kann. 2009 ist er Vertreter Islands auf der Biennale von Venedig. In einem Palazzo am Canale Grande richtet Kjartansson sein Atelier mit Plattenspielern, Gitarren und einer Couch ein. Er produziert – ganz Malerfürst – während der sechsmonatigen Laufzeit pro Tag ein Bild. Modell ist sein Freund Pall Hankur Bjornsson, der eine Badehose der beliebten Sportswearmarke Speedo trägt. Immer wieder arbeitet der Künstler auch mit Familienmitgliedern. In der kürzlich eröffneten Personale Song im Carnegie Museum of Art traten seine Nichten Ragnheidur, Rakel und Iris in weißen Kleidern in der Marmorhalle auf.
In Kjartanssons ernsthaften und furiosen Momentaufnahmen geht es um Liebe und Freundschaft, um Schönheit und gebrochene Herzen, um Liebe und Tod, Glück und Schmerz, um Himmel und Hölle. Nie geht es um Siege, oft um Niederlagen. Das Modell heißt: Ewigkeit.
Im Backspace des Kunstraums BAWAG Contemporary, unten im Keller, zeigt Ragnar Kjartansson ein sehr persönliches Porträt des von ihm hoch verehrten Mississippi Bluessängers Pinetop Perkins (7. Juli 1913 Belzoni, Mississippi bis 21. März 2011 Austin, Texas). „Eternal Pinetop“ betritt das – einzige – Standbild des Films wie eine Bühne. Er trägt elegante beige Hosen, ein weißes Hemd und den unvermeidlichen Hut. Im Filmset am Stadtrand von Pinetops Wohnort Austin, Texas, bezieht sich Ragnar Kjartansson auf das berühmte Bild „Christina’s World“ von Andrew Wyeth: ein baumloser, flacher Hang, ein Haus am Horizont, an Stelle des poliokranken Mädchens, das zum Haus kriecht der 97-jährige Pinetop Perkins an seinem Klavier, das ihm 80 Freunde zum 80. Geburtstag geschenkt haben. Dann legt er los, mit dem Blues, wiederholt sich, murmelt vor sich hin, streut den ein oder anderen Jingle dazwischen und loopt sich durch seine Melodien und Rhythmen. Dazu raucht er unentwegt, beschwert sich über das ungestimmte Klavier und tritt nach 49 Minuten ebenso lakonisch ab, wie er gekommen ist. Wenn auch die Technik des legendären, ältesten Grammygewinners unter der Sonne vielleicht ein wenig unscharf ist, die geniale Musikalität, erworben in 98 Lebensjahren, überlebt nicht zuletzt im Video eines wahren Fans und Gleichgesinnten: in Ragnar Kjartanssons The Man (2010). (Brigitte Huck)Eröffnung 5. Mai 2011, 19:00 Uhr Ort BAWAG Contemporary
Franz Josefs Kai 3, 1010 Wien
Ausstellungsdauer 6. Mai 2011 – 26. Juni 2011 Performance täglich 16:00 – 19:00 Uhr, Musik Kjartan Sveinsson Öffnungszeiten täglich 14:00 – 20:00 Uhr Führungen jeden Donnerstag um 18:00 Uhr Begleitveranstaltungen mittwochs, laut Ankündigung Eintritt frei Ausstellung und alle Begleitveranstaltungen -
Luisa Kasalicky
BAWAG Contemporary freut sich, die erste institutionelle Einzelausstellung von Luisa Kasalicky präsentieren zu können. Ausgangspunkt ihrer Arbeit, in der das Verhältnis zwischen Innen und Außen, privatem und öffentlichem Raum ein Leitmotiv bildet, ist die Malerei, die in den letzten Jahren zunehmend in den Raum hinein ausgedehnt wurde. Kombinierte die Künstlerin anfangs installative Elemente mit direkt auf die Wand gemalten Teilen, setzt sie seit 2006 Materialien aus dem Baumarkt, die sie gezielt nach Farbe, Textur und Stofflichkeit aussucht, für ihre Erweiterung des Bildbegriffs ein.
Unter dem Titel en suite zeigt die österreichische Künstlerin (geb. 1974 in Prag) neue Skulpturen, Installationen und Wandarbeiten, die sie präzise an die architektonischen Gegebenheiten des Ausstellungsraums anpasst. Unterschiedliche Fragmente überlappen einander und lassen ein malerisches und skulpturales Gesamtbild entstehen. Die temporären Arbeiten nehmen den Raum vollständig in Besitz und setzen ihm spannungsvoll eine eigenständige künstlerische Ordnung entgegen. Die spezifischen Industriefarben (Hellblau, Rosa, Grün, Gelb) der frühen Arbeiten aus Türen, Fenstern, Fliesen und Teppichen mit ihrer Ästhetik der 60er- und 70er-Jahre werden nun von Anregungen aus ganz unterschiedlichen Quellen – von einer barocken Ästhetik über Zugänge der 1920er-Jahre bis zu traditionellen handwerklichen Techniken – abgelöst. Luisa Kasalicky zielt auf ein Konglomerat unterschiedlichster Stile, wie sie auch im Setting ihres Lieblingsfilms The Fall of the House of Usher von Jean Epstein und Luis Buñuel gleich - berechtigt nebeneinander vorkommen. Dort finden sich Barockelemente neben einer mittelalterlichen Ritterrüstung, einem goldenen Schwanenhals und einem Bodenpentagramm. Diese Anregungen bleiben aber in den fertigen Arbeiten der Künstlerin, in denen die Materialfarben Ziegelrot, Rostschutzgrün, Lederschwarz, Kalkweiß, Kupfer und Messing dominieren, im Hintergrund. Darüber hinaus finden sich Anklänge an den Minimalismus ebenso wie an Schwitters, Tuttle oder Artschwager. Gegensätzliches ist hier mühelos vereint, Hehres trifft auf Banales, Hartes auf Weiches, Gegenständliches auf Abstraktes. Ob Kasalicky „weiche“ industrielle Materialien wie Teppiche, Gummi und Leder oder „harte“ wie Metall, Dachpappe, Fliesen und Parkett verwendet, sie führt in diesen Arbeiten den alten Dialog zwischen der Natur der Abstraktion und der Repräsentation weiter, indem sie die traditionelle Verwendung und Bedeutung der Malerei mit einer Reihe von Materialien und Texturen herausfordert, die alltägliche Erfahrungen evozieren.http://www.bawagcontemporary.com/
Eintritt frei.
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Marcel van Eeden - Celia
BAWAG Contemporary freut sich als erste Instituiton Österreichs, die Arbeit des Künstlers Marcel van Eeden, vorstellen zu dürfen. Die vierte und letzte Ausstellung dieses Jahres zeigt einen der wichtigsten internationalen Zeichner der Gegenwart, den 1965 in Den Haag geborenen Marcel van Eeden.
In seinen umfangreichen Bilderzyklen verbindet van Eeden reale und fiktive Biografien und rekonstruiert so die Zeitgeschichte der 1920er- bis 1960er-Jahre. Seit 1993 erstellt van Eeden täglich mindestens eine Zeichnung, die er in zunehmend größere Serien einbindet. Als Vorlagen für die meist schwarz-weißen Zeichnungen mit Negrostift verwendet er Zeitschriften oder Fotos und Texte, die alle vor 1965, dem Jahr seiner Geburt, entstanden sind. Er wählt aber nie historisch bedeutsame Ereignisse, sondern alltägliche Orte oder banale Situationen. Charakteristisch für seine Arbeiten ist der an den Film noir erinnernde Eindruck, der durch die fotorealistischen Darstellungen und die Verwendung von Schwarz-Weiß-Kontrasten bedingt ist.
Van Eeden zeichnet stets mit identischer Technik, mit dem Negrostift, und variiert nur selten die Formate seiner Arbeiten – die Schwarzweiß-Zeichnungen sind meist kleinformatig und wirken wie Surrogate einer vergangenen Zeit, kühl und distanziert, zugleich aber auch poetisch und humorvoll durch die Verbindung von Text und Bild.
Die aktuelle Ausstellung zeigt den Bilderzyklus Celia, eine 148 Blätter umfassende Folge von Zeichnungen, denen fortlaufende literarische Textauszüge zugeordnet sind.Die Serie beginnt mit Passagen aus Der Spaziergang von Robert Walser (1917) und geht in ein Textfragment aus The Cocktail Party (1949) von T. S. Eliot über. Es folgen Stellen aus der Autobiografie des Hochstaplers Jack Bilbo, An Autobiography (The First Forty Years of the Complete and Intimate Life Story of an Artist, Author, Sculptor, Art Dealer, Philosopher, Psychologist, Traveller, and a Modernist Fighter for Humanity, 1948), und wiederum aus Der Spaziergang von Robert Walser. Schließlich hat van Eeden die Serie um Zitate aus Laatste dagen (Letzte Tage, 1927) des niederländischen Autors J. van Oudshoorn ergänzt.
Statt der großen sinnstiftenden Erzählung scheinen die Bilder eher mentale Prozesse wie Erinnerungen, Träume, Vorstellungen und Halluzinationen abzubilden, die unverbunden nebeneinanderstehen. So entfaltet sich eine Geschichte, welche die Vergangenheit gewissermaßen neu zeichnet und den Zeitfluss auf den Kopf stellt.
Marcel van Eeden wurde 2006 mit seinem umfangreichen Zyklus Das Leben und Werk von K. M. Wiegand (2005/2006) auf der 4. Berlin Biennale bekannt. Zusammen mit weiteren Serien wie Celia (2004–2006) oder Der Archäologe. Die Reisen des Oswald Sollmann (2007) hat sich in den letzten Jahren ein komplexes Œuvre entwickelt. In seiner jüngeren Serie Witness for the Prosecution (2008–2009) verbindet van Eeden die Protagonisten seiner früheren Arbeiten miteinander.
Marcel van Eeden lebt und arbeitet in Zürich und Den Haag.
v.l.: Marcel van Eeden, Christine Kintisch, Andreas Arndt, Dirk Jan Kop
Andreas Arndt (Mitglied des Vorstandes BAWAG P.S.K.) sowie Dirk Jan Kop (Gesandter der Kgl. Niederländischen Botschaft) hielten die Eröffnungsrede.
Zur Ausstellung selbst sprach die künstlerische Leiterin, Christine Kintisch.
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Phyllida Barlow - Street
Die Eröffnung am 8. September fand unter starker Medien und Publikumspräsenz statt.
Da freute sich nicht nur Christine Kintisch, die künstlerische Direktorin der BAWAG Contemporary, über die gelungene Kooperation. Phyllida Barlow begeisterte das Publikum sowie die Medienam Mittwoch, dem 8. September, in der mittlerweile dritten Ausstellung in der neuen BAWAG Contemporary am Franz Josefs Kai 3.
Byron Haynes (GD und Vorsitzender des Vorstandes) sowie S.E. Simon Smith (Botschafter des Königreiches Großbritanniens) hielten die Eröffnungsrede über die Werke der britischen Künstlerin. Trotz Superstarstatus ist Barlow sehr sympatisch und bescheiden, insbesondere im Umgang mit anderen Menschen, denen sie geduldig zuhört und ihre Fragen liebevoll beantwortet.
Ein schmuddeliges Kanalrohr liegt quer im Raum. Kein Rohrbruch, sondern eine Arbeit der britischen Bildhauerin Phyllida Barlow. "Ein kleiner Scherz über Henry Moore", lacht die 66-jährige Künstlerin herzlich. "Schauen Sie hinein! Sehen sie das Loch in der Skulptur?" Das Kanalrohr ist freilich nicht echt, sondern nur gefakt. Aber die Materialität der Straße, das, was man nicht sieht oder sehen will, Verstecktes oder Übersehenes, Ungeliebtes wie Müll, Schilder, Baustellen, ist es, was die Künstlerin inspiriert. Das Kanalrohr, das aussieht, als wäre es gerade aus dem Morast gezogen, ist wie viele ihrer Arbeiten aus Styropor gefertigt; umwickelt mit Gaze und grob mit Zement und Farbe beschmiert, erhält es sein archäologisches Aussehen.Broken Column - der Titel erinnert daran, wie monumental dieses phallische Objekt wirken würde, wenn es senkrecht aufgestellt wäre.
Bunte, grob zusammengezimmerte Transparente häufen sich im Eingangsbereich. Die mit dem Urbanen verbundenen Objekte ziehen die Atmosphäre der Straße im White Cube weiter. "Es könnten Banner eines Festivals oder einer Demo sein, die als angenehm oder störend empfunden werden", sagt Barlow über die von ihr gewünschte Assoziationsvielfalt.
Vier Jahrzehnte lang hat Barlow an der Londoner Slade School of Fine Arts unterrichtet (u. a. Rachel Whiteread, Douglas Gordon und Tacita Dean studierten bei ihr), aber erst jetzt wird der inzwischen emeritierten Professorin internationale Aufmerksamkeit zuteil.
Zuletzt stellte sie gemeinsam mit Nairy Baghramian in der Londoner Serpentine Gallery aus und wird nun von der renommierten Galerie Hauser & Wirth vertreten.
Die Resonanz der Besucher sowie der Medien (Radio) war hervorragend – die außergewöhnliche Ausstellung war bis 21.11.2010 in der BAWAG Contemporary zu besichtigen.
Im Zuge der Ausstellung „Phyllida Barlow: Street“ in der Bawag Contemporary fand am 13 Okt 10 in den Räumen der Ausstellung ein artist's talk mit Phyllida Barlow statt. Die Künstlerin sprach mit der Philosophin und Publizistin Isolde Charim über „ Die Strasse: Öffentlicher Raum, Palimpsest oder materielles Unbewußtes?“
Das 1. Künstlergespräch lockte viele Besucher in die Galerie am Kai. Die Philosophin Isolde Charim stellte Fragen an die britische Künstlerin. Barlow’s Antworten bezogen sehr oft das Publikum mit ein. Diese Art von spannendem und witzigem Künstlertalk wurde von den Gästen interessiert und begeistert aufgenommen. Im Rahmen dieses regen Gesprächs wurde auch der aktuelle Ausstellungskatalog präsentiert.
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Sonia Leimer „Neither in motion at rest“
Die zweite Ausstellung in der Galerie zeigte Arbeiten der österreichischen Künstlerin Sonia Leimer. Die Begrüßung erfolgte durch VDir. Christoph Raninger.
Sonia Leimer beschäftigt sich in ihrer Ausstellung "Neither in motion nor at rest" mit instabilem Material. Mit dem Brüchigen und dem Labilen, das sich zwischen das scheinbar Festgefügte, Robuste und Haltbare schiebt. Mit dem konkreten, physischen Raum und seinem Verhältnis zur künstlerischen Inszenierung. Mit den Relationen zwischen der heutigen Gesellschaft, individuellen Erzählungen und dem klassischen Bilderkanon. Ihre Arbeit demonstriert ein klares Bewusstsein für aktuelle Fragestellungen der Gegenwart und bündelt in den Genres Film, Architektur und Raum grundsätzliche Fragen zu Material, Medium und Display. -
BAWAG Contemporary NEU
BAWAG Foundation
Mit der Ausstellung Retreat von Mike Bouchet eröffnete die BAWAG Contemporary am 6. Mai 2010, ihre neuen Ausstellungsräume am Franz Josefskai 3.
Die Räumlichkeiten wurden von der jungen Architektengruppe propeller z umgebaut. Die coolen Räume sind an sich schon eine Besichtigung wert und beispielgebend für moderne Architektur wie eine contemporary Galerie aus internationaler Sicht auszusehen hat – eine gelungene Symbiose von alt und neu, von Tradition und Moderne.
BAWAG war 1974 das erste österreichische Unternehmen mit einer eigenen Galerie, die sich dem Auftrag verpflichtet sah, die Entwicklung und das Verständnis zeitenössischer Kunst durch Ausstellungen, Veröffentlichungen und Veranstaltungen zu fördern.Als Non- Profit- Institutition bot die BAWAG Foundation freien Eintritt zu ihren Ausstellungen und kostenlose Führungen für alle an, stellte in Österreich selten zu sehende Kunst vor und gab so der Öffentlichkeit Gelegenheit, die jüngsten Entwicklungen zeitgenössischer Kunst kennenzulernen.
Dabei richten wir unser Augenmerk auch auf die Ränder des Kunstbetriebs. Das hat zu Ausstellungen geführt, die im gängigen Mainstreambetrieb einfach nicht zu sehen waren.Wir haben viele jüngere Künstler sehr früh zum ersten Mal in Österreich vorgestellt- bevor die großen Institutionen sie ausgestellt haben: Kutlug Ataman, Candice Breitz, Elmgreen& Dragset,Atelier van Lieshout, Lee Bull, Salla Tykkä, Jeremy Deller, Tal R. Und genauso ältere Künstler wieder ins Rampenlicht geholt, die etwas in Vergessenheit geraten waren und danach Ausstellungen in großen Institutionen hatten: Richard Tuttle, Richard Jackson, Jef Geys, Susan Hiller, Öyvind Fahlström, Franz Erhard Walther. Mit der Ausstellungsserie Young & reckless wurde im vergangenen Jahr ein neuer Kunstraum „BAWAG Contemporary“ etabliert, in dessen Rahmen 12 jüngeren österreichischen und internationalen KünstlerInnen die Möglichkeit zu einer oftmals ersten Personale gegeben wurde. In den neuen Ausstellungsräumen von BAWAG Contemporary am Franz Josefs Kai 3 wird diesen noch nicht etablierten Tendenzen noch mehr Raum als bisher gegeben werden.
Ein attraktives Rahmenprogramm mit Konzerten, Filmabenden und Veranstaltungen an jedem Mittwoch soll dazu beitragen, BAWAG Contemporary weiterhin zu einem beliebten Treffpunkt der Wiener Szene zu machen.
Auf der Basis dieses Programms zielt nun die neue BAWAG Contemporary darauf ab, die Internationale Aufmerksamkeit auf junge österreichische Künstler und Künstlerinnen zu lenken, indem sie ihre Arbeit in mit Ausstellungen international renommierter Künstler gleichwertigen Einzelpräsentationen vorstellt. Mit der BAWAG Contemporaray gibt es in Wien erstmals einen institutionellen Ausstellungsraum für Einzelausstellungen junger Künstler, die so nicht nur die Chance bekommen, ihre Arbeiten oft zum ersten mal einem größeren Publikum vorzustellen, sondern sich in diesem Rahmen auch international profilieren zu können.
http://www.bawagcontemporary.com/
Eintritt frei.
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Young & Reckless 2009
2009 erfolgreicher Launch von BAWAG Contemporary: Zwölf bemerkenswerte Einzelausstellungen jüngerer Künstler und Künstlerinnen, in deren Rahmen auch lokale Musiker und Bands wie Philip Quehenberger, Der Schwimmer, Thalija, Gustav oder die Beauties of the Night ihre Auftritte hatten. Zahlreiche Performances und Filmvorführungen, die das spannende Programm ergänzt haben. Und eine Künstlerbar und Lounge, die dazu beigetragen haben den Ort zu einem beliebten Treffpunkt der Wiener Szene zu machen.
Die 2008 lancierte temporäre Initiative BAWAG Contemporary, eine leichtere, jüngere und beschleunigte und damals noch BAWAG Foundation wurde vom Publikum und den Künstlern und Künstlerinnen so gut angenommen, daß wir das Programm in den kommenden Jahren an einem neuen Ort weiterführen und unsere Aktivitäten im Bereich zeitgenössischer Kunst dort bündeln werden. Die neuen Räume am Franz Josefskai 3 werden für unsere Bedürfnisse so adaptiert, so daß wir am 6. Mai 2010 eine neue Galerie unter dem Label „BAWAG Contemporary“ eröffnen können.
