Überraschend hoher Zulauf zum „Neue Chance Konto“ der PSK Bank.Überraschend hoher Zulauf zum „Neue Chance Konto“ der PSK Bank. ( 28.09.2009)
Überraschend hoher Zulauf zum „Neue Chance Konto“ der PSK Bank.
Mit dem „Neue Chance Konto“ hat die PSK Bank ein dringend benötigtes Bankprodukt lanciert. Seit April dieses Jahres können Menschen, die aufgrund mangelnder Bonität bisher von den wichtigsten Bankdienstleistungen ausgeschlossen waren, mit dem „Neue Chance Konto“ wieder am täglichen Zahlungsverkehr teilnehmen. Mehr als 2.000 neue Kunden (Stand: September 2009) nutzen dieses Kontopaket, um wieder Anschluss am wirtschaftlichen Leben zu finden.
In Österreich leben laut Angaben der Schuldnerberatung mehr als 50.000 Menschen, die über kein eigenes Konto verfügen. Aufgrund mangelnder Bonität werden sie von den meisten Banken nicht akzeptiert. Das kommt einem Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben gleich, denn ohne eigenes Girokonto stellt bereits das Bezahlen täglicher Rechnungen, der Bezug von Sozialbeihilfe oder der Empfang eines regelmäßigen Gehalts unüberwindbare Probleme dar. Mit dem „Neue Chance Konto“ steht nun ein spezielles Konto zur Verfügung, das seine Inhaber nicht zu Kunden „zweiter Klasse“ deklassiert und in Kontonummer, Bankleitzahl und Funktionen dem günstigsten Kontopaket der PSK BANK entspricht – allerdings ohne Überziehungsrahmen und Bankomat- oder Kreditkarte. Auch aus diesen Gründen verstehen wir das „Neue Chance Konto“ auch als eine Anti-Diskriminierungsmaßnahme im Rahmen unseres Menschenrechtsprojekts.
Regina Prehofer, Vorstandsdirektorin der BAWAG P.S.K., präzisiert: „Als größte Kundenbank Österreichs haben wir die Möglichkeit, jedem dieser Menschen eine „Neue Chance“ zu geben. Einfach indem wir ihnen ein eigenes Konto anbieten, mit dem sie am Zahlungsverkehr teilnehmen, ohne sich weiter zu verschulden.“
Überdurchschnittlich starke Nachfrage
Rund fünf Monate nach dem Start zieht die PSK Bank eine erste Bilanz. Per 1. September 2009 wurden exakt 2007 dieser Girokonto-Pakete eröffnet. Regina Prehofer ist über dieses überdurchschnittlich hohe Interesse erfreut: „Wir freuen uns, dass wir vielen Menschen mit dem „Neue Chance Konto“ so einfach und effektiv helfen können.“ Ein interessantes Detail: die Zahl der Kontoeröffnungen steigt seit April stetig an – obwohl die PSK Bank keinerlei Werbung für das „Neue Chance Konto“ macht.
Gleichmäßige Verteilung über ganz Österreich
Die österreichweite Verteilung der Konten entspricht weitgehend der regionalen Gewichtung der Bevölkerung. Die meisten Konten wurden in Wien eröffnet (967, Stand 8.9.2009), die wenigsten im Burgenland (51, Stand 8.9.2009). Zusätzlich wurden demografische Profile der „Neue Chance“-Kunden erhoben. Die Daten geben Aufschluss über die Alters-, Bildungs- und Haushaltsstruktur der Kontoinhaber. Die Analyse der Daten bestätigt den ersten Eindruck, dass die Kunden einen repräsentativen Querschnitt der österreichischen Bevölkerung darstellen. „Die Zahlen zeigen uns, dass wirklich jeder Mensch in die Bonitätsfalle geraten kann – und wir mit unserer Lösung alle Schichten ansprechen“, fasst Regina Prehofer die Ergebnisse kurz zusammen.
Deutlich mehr männliche Kunden
In der Geschlechter-Verteilung fällt der deutliche Überhang männlicher Kunden auf. Konkret befinden sich 72% Männer unter den „Neue Chance“-Kunden, lediglich 28% Frauen nehmen dieses besondere Angebot der PSK Bank in Anspruch.
Im erwerbsfähigen Alter
Die Altersstruktur der „Neue Chance“-Kunden zeichnet ein klares Bild. 92% sind zwischen 20 und 59 Jahre alt, also innerhalb der erwerbsfähigen Kundengruppe. Die Einteilung in 10-Jahresschritten ist gleichmäßig segmentiert. Mangelnde Bonität ist also keine Frage des Alters, sondern der aktuellen Lebens- und Einkommenssituation, die sich z.B. durch Jobverlust schlagartig ändern kann. Der Gegenbeweis: Lediglich 8 % der „Neue Chance“-Kunden sind im pensionsfähigen Alter zwischen 60 und über 69 Jahre.
Hauptsächlich allein stehend
Die Haushaltsgröße gibt Aufschluss über ein weiteres gesellschaftspolitisches Merkmal. Die Zahlen beweisen, dass es die „verarmte Großfamilie“ unter den „Neue Chance“-Kunden kaum gibt. 58% der „Neue Chance“-Kunden leben allein, z.B. nach einer Scheidung. 22% leben in einem Zwei-Personen-Haushalt, z.B. als Paar oder allein erziehender Elternteil mit einem Kind. Insgesamt 16% wohnen in einem 3- oder 4-Personen-Haushalt als „klassische“ Familie. Die bereits erwähnte Großfamilie mit 5 oder mehr Kindern findet sich unter den „Neue Chance“-Kunden mit „lediglich“ 4% in der Statistik.
Bildungsgrad
Der ebenfalls erhobene Bildungsgrad zeigt, dass vor allem Menschen mit Anlernausbildung, Lehre oder Fachschule als höchste Ausbildungsstufe das „Neue Chance“-Konto in Anspruch nehmen. Diese Gruppe ist mit 76% überdurchschnittlich stark vertreten, da die aktuelle Wirtschaftslage ihre prekäre Situation zusätzlich verschärft. Zum Vergleich: „Neue Chance“-Kunden mit abgeschlossenem Universitäts- oder FH-Studium sind mit 8% deutlich unterrepräsentiert.
Überraschend wenig AMS-Klienten
Die Auswertung zeigt, dass sich überraschend wenig AMS-Klienten unter den „Neue Chance“-Kunden befinden. Lediglich 18% der Neukunden dieses Produkts sind beim AMS gemeldet, obwohl die aktuelle Wirtschaftslage und der Ausbildungsstand der Kunden gegenteilige Ergebnisse vermuten lassen.
Neue Chance für die Zukunft
Regina Prehofer zieht Resümee: „Die starke Nachfrage nach unserem „Neue Chance Konto“ zeigt, dass wir mit diesem Angebot genau den Nerv der Zeit treffen. Wir helfen jenen Menschen, die aufgrund mangelnder Bonität vom täglichen Zahlungsverkehr ausgeschlossen werden, wieder in ein geregeltes Leben zurückzufinden. Die tiefer gehende Analyse zeigt, dass wirklich jeder in diese Bonitätsfalle geraten kann, ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht oder sozialen Status. Mehr als 2.000 Menschen konnten wir bereits behilflich sein. Selbstverständlich werden wir unser Engagement in diesem Bereich verstärken. Unser Ziel ist es, möglichst vielen der geschätzten 50.000 Menschen in Österreich, die über kein eigenes Konto verfügen, mit dem „Neue Chance Konto“ den Rückweg in ein normales Gesellschaftsleben und die Chance auf einen finanziell geregelten Alltag zu erleichtern.“
Factbox: Regionale Verteilung
| Bundesland | Anzahl Konten | In Prozenten |
| Wien | 928 | 46% |
| Vorarlberg | 78 | 4% |
| Tirol | 108 | 5% |
| Steiermark | 233 | 12% |
| Salzburg | 78 | 4% |
| Oberösterreich | 192 | 10% |
| Niederösterreich | 235 | 12% |
| Kärnten | 93 | 5% |
| Burgenland | 52 | 3% |
| Ausland | 10 | nahe |
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