BAWAG P.S.K. 2008 – starkes Kernbankengeschäft trotz turbulentem Marktumfeld BAWAG P.S.K. 2008 – starkes Kernbankengeschäft trotz turbulentem Marktumfeld ( 29.04.2009)
BAWAG P.S.K. 2008 – starkes Kernbankengeschäft trotz turbulentem Marktumfeld
Gute Performance beweist die wichtige Rolle der Bank für Österreichs Kunden
- Profitabilität des inländischen Kernbankengeschäfts weiter gesteigert
- Starke Liquiditätsposition
- Solide Eigenmittelausstattung
- CEE Töchter erfolgreich verkauft
- Konservativer Bewertungsansatz für das Finanzvermögen
Das Jahr 2008 zählt für die internationale wie auch für die österreichische Bankenwelt zu den schwierigsten der letzten Jahrzehnte. Trotz einem turbulenten Marktumfeld hat sich das Kernbankengeschäft der BAWAG P.S.K. stark entwickelt.
Die Ergebnisse 2008 wurden von zwei Faktoren stark beeinflusst: Einerseits von der weiteren Steigerung der Profitabilität des österreichischen Kerngeschäftes, andererseits von den negativen Auswirkungen aufgrund von Bilanz-Umstrukturierung sowie eines gesunkenen Fair Values des Finanzvermögens der Bank infolge der globalen Finanzkrise.
Der operative Jahresüberschuss vor Steuern erhöhte sich - bereinigt um die Sonderfaktoren aus der Finanzkrise - um 82%. Der Nettozinsertrag weist mit einer Zunahme von 13% eine kräftige Steigerung auf EUR 675 Mio auf. Die Betriebserträge erhöhten sich um 4% auf EUR 836 Mio.
Bereits während des Jahres wurden wesentliche Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos ergriffen. Die Insolvenz von Lehman Brothers Inc. am 15. September führte jedoch zu einer dramatischen Verschlechterung der Markbedingungen im 4. Quartal sowie zu einem negativen Bewertungsergebnis für das „Structured Credit Portfolio“, das zum Großteil in den Jahren 2003-2005 aufgebaut wurde. Aufgrund erheblicher Marktveränderungen infolge der Insolvenz von Lehman Brothers, weist die Bank im 4. Quartal einen Konzernverlust von EUR 452 Mio nach Steuern aus. Dies brachte einen Gesamtjahresverlust von EUR 548 Mio mit sich – und steht im deutlichen Kontrast zur erfreulichen Entwicklung des Kernbankengeschäftes.
Kräftiges Wachstum des österreichischen Kernbankengeschäftes
Ihrer geschäftspolitischen Strategie entsprechend, den Schwerpunkt auf das inländische Privat- und Kommerzkundengeschäft zu legen, hat die Bank 2008 wesentliche Maßnahmen und Investitionen zur Modernisierung des operativen Geschäftes und zur Verbesserung des Kundenservice gesetzt.
Die BAWAG P.S.K. konnte 2008 im Kernbankengeschäft erfolgreich durchstarten, was auf
- den gelungenen Relaunch der Marken BAWAG und PSK BANK
- die Fokussierung der Filialmitarbeiter auf Kundenbetreuung und Verkaufsorientierung
- die Zentralisierung der Abwicklungstätigkeiten und Risikoentscheidungen
- innovative Produkte im Privatkundengeschäft
- die Neuausrichtung des Firmenkundengeschäftes durch Schaffung moderner und kundenorientierter Strukturen und die Verstärkung regionaler und branchenspezifischer Kompetenz
zurückzuführen ist. Die gesetzten Maßnahmen zeigen bereits Erfolge.
Operativer Jahresüberschuss vor Steuern: Verbesserung um 82%
Der operative Jahresüberschuss vor Steuern erhöhte sich - bereinigt um die Sonderfaktoren aus der Finanzkrise - um 82%. Die Betriebserträge nahmen um 4% zu. Der darin enthaltene Nettozinsertrag weist mit einer Zunahme von 13% eine besonders kräftige Steigerung auf.
Das Kernbankengeschäft der BAWAG P.S.K. verzeichnete 2008 ein starkes Wachstum:
- Steigerung der Anzahl der Kunden um 10%; Eröffnung von 110.000 neuen Privatkonten
- Zunahme der Spareinlagen im Konzern um EUR 1,1 Mrd (+ 8%)
- Zuwachs der Privatkredite um mehr als EUR 300 Mio (+5%)
- Abschluss 50.000 neuer Bausparverträge (+ 12%)
- Erhöhung des Prämienvolumens im Versicherungsneugeschäft um EUR 320 Mio (+ 19%)
- Zugewinne bei Marktanteilen, der Kundenzufriedenheit sowie der Bereitschaft, die Bank weiterzuempfehlen
- easybank: Verkaufszahlen, Einlagen und Erträge lagen auf Rekordniveau.
Auch im Firmenkundengeschäft wurden Fortschritte verzeichnet: Die Ausleihungen nahmen, trotz erhöhter Margen und einem schwierigen Marktumfeld, um 13% (EUR +1,1 Mrd) zu. Diese Geschäftssparte weist großes Potenzial für künftiges Wachstum auf.
Im zweiten Halbjahr 2008 veranlagte die Bank ihre Liquidität konservativ. Dies war die Folge der allgemeinen Marktgegebenheiten, führte allerdings zu einem Rückgang der Erträge, da bei fallenden Zinsen nur kurzfristig investiert wurde.
Die Betriebsaufwendungen für das operative Geschäft sanken um 3%, trotzdem beträchtliche Investitionen in das laufende Geschäft getätigt wurden. Die Aufbauorganisation wurde neu strukturiert: Die Verkaufs- und Serviceeinheiten wurden einerseits klar vom Backoffice- Bereich und andererseits vom Risikomanagement getrennt. Diese organisatorischen Änderungen bilden die Basis für weitere Verbesserungen in operationalen Abläufen, der Produktivität und im Servicebereich.
Verkauf des Nicht-Kernbankengeschäft weitgehend abgeschlossen
Wie 2007 angekündigt ist es zentraler Bestandteil der neuen Strategie, Beteiligungen, die nicht zum Kernbankengeschäft gehören, zu veräußern. Mit dem Verkauf der Tochterbanken in der Slowakei und in Tschechien sowie mit der Veräußerung von Immobilien im Jahr 2008 wurde dieses Vorhaben weitgehend abgeschlossen. Die dadurch freiwerdenden Mittel wurden in das österreichische Kernbankengeschäft investiert und dienten darüber hinaus dem zusätzlichen Ausbau unserer Liquidität und Kapitalreserven. Die Verkäufe wurden erfolgreich und genau zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt. Mit dem Rückzug aus Zentral- und Osteuropa wurde das CEE-Exposure der Bank auf weniger als 5 % der Bilanzsumme reduziert.
Starke Liquiditätsposition
Das Einsetzen der Finanzkrise im 4.Quartal 2008 machte die existenzielle Bedeutung einer ausgezeichneten Liquiditätsausstattung einmal mehr deutlich. Die BAWAG P.S.K. hat im Jahr 2008 weitere Schritte unternommen ihre Liquidität zu maximieren. Die verfügbare Überschussliquidität betrug zum Jahresultimo EUR 6,2 Mrd.
Diese starke Liquiditätsposition basiert auf dem soliden Geschäftsmodell der BAWAG P.S.K., das gesamte Kundenkreditgeschäft durch eigene Kundeneinlagen zu refinanzieren (Deposit-Loan-Ratio 109%). Sie stellt einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil für die Bank dar, nämlich sowohl Privatkunden wie die auch Firmenkunden unabhängig von internationalen Geldmärkten finanzieren zu können.
Gesamtjahresergebnis dennoch durch Auswirkungen der Finanzkrise belastet (siehe Gewinn- und Verlustrechnung im Anhang)
Der Nettozinsertrag konnte 2008 unter Ausweitung der Margen um EUR 50 Mio oder 8,2 % auf EUR 653 Mio gesteigert werden, was die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie, das Kerngeschäft der BAWAG P.S.K. zu forcieren, widerspiegelt. Der Provisionsüberschuss entwickelte sich mit EUR 144 Mio trotz eines verschlechternden Marktumfeldes für das Wertpapiergeschäft analog zum Vorjahr.
Die Position „Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten“ zeigt das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis der finanziellen Vermögensgegenstände; dieses enthält zum überwiegenden Teil unrealisierte Verluste. In den Jahren 2003 bis 2005 wurden – ebenso wie bei anderen Banken – beträchtliche Ankäufe von Produkten getätigt, die als „strukturierte Kredite“ („Structured Credit Book“) bezeichnet werden. Der überwiegende Teil dieser finanziellen Vermögenswerte wird – im Gegensatz zu anderen Marktteilnehmern – mit dem “Fair Value through Profit and Loss” bilanziert.
Dies bedeutet, dass ein konservativer Bewertungsansatz zum Tragen kommt, bei dem alle Bewertungsaufwendungen – unabhängig von der Qualität und der weiteren Entwicklung der zugrunde liegenden Aktiva – sich direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Während des Jahres wurden bereits Hedging-Maßnahmen für das gesamte „Structured Credit Portfolio“ und auch für einzelne Wertpapiere zur Minderung des Risikos gesetzt. Die Gesamtkosten dieser risikomindernden Maßnahmen wurden im Laufe des Jahres in der Gewinn- und Verlustrechnung direkt erfasst. Dies führte zu einem negativen Bewertungsergebnis für Wertpapiere und konnte teilweise durch Netto-Gewinne aus Veräußerungen von Beteiligungen (v.a. Auslandstöchter) und durch positive Bewertungsergebnisse Eigener Emissionen kompensiert werden. Die tatsächlich realisierten Verluste aus dem „Structured Credit Book“ betragen EUR 50 Mio.
Sonstige betriebliche Erträge/Aufwände entstanden 2008 in Höhe von EUR 14 Mio, die aufgrund von Sonderfaktoren des Vorjahres (Veräußerungserlöse von Immobilien) unter dem Vergleichswert 2007 liegen.
Der Verwaltungsaufwand nahm um EUR 68 Mio zu. Der Anstieg resultiert in erster Linie aus umfangreichen Investitionen in das Kernbankengeschäft, wie z.B. Relaunch der Marken, erhöhe Marketingaufwendungen, Investitionen in Abläufe und Systeme sowie auf die höhere Dotierung des Sozialkapitals.
Die mit EUR 88 Mio um EUR 19 Mio geringeren Abschreibungen erklären sich aus dem Verkauf von Liegenschaften und durch den Wegfall der Aufwendungen für die veräußerten Tochterbanken.
Die Aufwendungen für Rückstellungen und Wertberichtigungen betrugen im Jahr 2008 EUR 281 Mio.Darin sind u.a. Bewertungsaufwendungen für die geringen Exposures bei US-amerikanischen und isländischen Banken enthalten, die in vollem Umfang wertberichtigt wurden.
Trotz eines sehr erfreulichen Ergebnisses im Kernbankengeschäft errechnete sich aufgrund des Bewertungsergebnisses des „Structured Credit Books“ per saldo für 2008 ein Konzernjahresfehlbetrag von EUR 548 Mio (2007: EUR - 453 Mio).
AKTIVA
Die Forderungen an Kunden sind im Berichtsjahr um EUR 674 Mio oder 3,4 % auf
EUR 20,7 Mrd gestiegen. Dahinter steht eine äußerst unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Kundensegmente: Den Tilgungen und Rückführungen von Krediten des öffentlichen Sektors stand eine erfreuliche Ausweitung von Krediten an Unternehmen um knapp EUR 1 Mrd (+10,8%) gegenüber. Der überwiegende Teil dieses Neugeschäftes wurde mit österreichischen Kunden abgeschlossen und unterstützte damit die Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft. Das Retailkreditgeschäft entwickelte sich mit einem Zuwachs von mehr als EUR 300 Mio (+4,9 %) ebenfalls überaus erfreulich.
Der Wegfall der Position „Zur Veräußerung gehaltene Aktiva“ ist aktiv- und passivseitig durch den Verkauf der ausländischen Tochterbanken bedingt (siehe pdf im Anhang).
PASSIVA
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden lagen mit EUR 22,6 Mrd um EUR 505 Mio oder 2,3 % über dem Vorjahreswert. Die Spareinlagen beliefen sich zum 31. Dezember 2008 auf EUR 15,4 Mrd und weisen gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs um EUR 666 Mio bzw. 4,5% auf. Dieser insgesamt erfreuliche Anstieg spiegelt die positiven Auswirkungen von Produktinnovationen für Privatkunden sowie das Kundenvertrauen in die Bank wider (siehe pdf im Anhang).
Solide Kernkapitalausstattung der BAWAG P.S.K.
Die Kernkapitalquote (Tier I, bezogen auf das Kreditrisiko) beträgt 6,9% und bildet eine gute Ausgangsposition für die weitere Entwicklung unseres Geschäftes.
Ausblick
Die weltweite Finanzkrise hat die grundsätzliche Ausrichtung der Bank nicht beeinflusst. Die BAWAG P.S.K. ist weiterhin entschlossen, das erfolgreiche Bankgeschäft mit Sitz in Österreich auszubauen. Das Herzstück der Strategie bleibt die starke Verpflichtung gegenüber unseren Kunden und Mitarbeitern. Wir werden konsequent die Modernisierung des Institutes vorantreiben und ein verlässlicher Bankpartner und Arbeitgeber bleiben.
Die Zahlen des Vorjahres zeigen im operativen Geschäft erfreuliche Ergebnisse unserer intensiven Bemühungen und dokumentieren einen Anstieg der Volumina, der Marktanteile, der Imagewerte und der Kundenzufriedenheit. Das stellt zusammen mit der starken Liquiditätsposition und den Kapitalreserven eine gute Ausgangsposition dar, für Kunden und Aktionäre weiterhin nachhaltige Werte zu schaffen.
Das Jahr 2009 startete viel versprechend. Die Bank weist ein positives Ergebnis für das erste Quartal aus. Aufgrund ihrer finanziellen Stärke, der zufrieden stellenden Entwicklung im Kernbankengeschäft und ihrer starken Liquiditätsposition ist die BAWAG P.S.K. für die kommenden Herausforderungen der Märkte bestens gerüstet.
Unsere Schwerpunkte für 2009 sind:
- Proaktives Risikomanagement vor dem Hintergrund eines schwierigen Marktumfeldes
- Laufende Verbesserung der Produktivität und striktes Kostenmanagement mit dem Fokus auf Sachkosten
- Weiterer Ausbau des inländischen Retail- und Kommerzkundengeschäftes zur nachhaltigen Steigerung der Ertragskraft
- Nutzung unserer Liquidität, um den Finanzierungsbedarf unserer Privatkunden, KMU- sowie Kommerzkunden zu decken
Rückfragen an:
BAWAG P.S.K. Konzernpressestelle
Tel. 0043 5 99 05 – 31210
E-Mail: presse@bawagpsk.com
